Werkschau in Heimbach: „Griechische Woge“ aus feinstem Marmor

Von: Beate Weiler-Pranter
Letzte Aktualisierung:
5950798.jpg
Aus einem großen Holzstamm schuf Martha Barduhn die Skulptur eines kleinen Mädchens. Ihre Arbeit wird auch im Rahmen der Werkschau in Heimbach gezeigt. Foto: Beate Weiler-Pranter

Heimbach. „Sehr schön!“, rief einer der zahlreichen Vernissage-Gäste spontan aus, nachdem das Blechbläser-Trio mit Fabienne Bindels, Pia Quade und Renold Quade die 17. Werksschau in der Internationalen Kunstakademie in Heimbach musikalisch eröffnet hatte.

Sehr schön. Dieses Lob lässt sich auch auf die vielen Exponate übertragen, die bis Donnerstag, 28. August, im „Haus zum Burghof“ bei freiem Eintritt gezeigt werden. Alles Arbeiten, die zwischen Januar und Juni in den Ateliers auf Burg Hengebach entstanden sind.

„Nach der erfolgreichen Janosch-Ausstellung und der nicht minder erfolgreichen Biber-Ausstellung freuen wir uns, dass wir nun wieder zu den Werkschauen kommen.“, begrüßte Akademieleiter Professor Frank Günter Zehnder die Anwesenden. Schließlich repräsentierten diese Werkschauen sowohl die Arbeit der Akademie als auch die Charaktere der Dozenten und Studierenden.

Wie unterschiedlich die vermittelten Impulse von den einzelnen Kursteilnehmern aufgegriffen und umgesetzt werden, zeigt sich erneut an den vielfältigen Variationen und individuellen Interpretationen der Themen – egal ob in der Malerei, Holz- oder Steinskulptur, Druckgrafik oder Collage.

Mit den oft banalen, kleinen „Fundstücken“ des Alltags beschäftigten sich die Studierenden im Seminar der Malerin und Objektkünstlerin Eva Maria Herrmanns: Fotos, vergilbte Notenblätter oder Theaterkarten verschmelzen in Form und Farbe zu poetischen Collagen mit morbidem Charme. Ganz klar strukturiert hingegen Karin Kluthes eindrucksvolle Arbeit „Hier steht es schwarz auf weiß.“ Ein anrührender Hingucker das Werk mit dem Titel „Familie“. In ein großes rotes Herz ist mosaikartig ein buntes Wabengeflecht eingegliedert, in dem – als Fundstücke – vereinzelte Steinchen schlummern.

Wie unterschiedlich das Spiel mit Linien und Farben umgesetzt werden kann, zeigen die Bilder, die im Kurs der niederländischen Künstlerin Catharina de Rijke entstanden. Mal schaffen die lasierenden Farben solch durchschimmernde Übergänge, dass Mensch und Meer in einer blau-grünen Welle miteinander zu verschwimmen scheinen. Dann wieder geben sie den Linien und Formen der Bilder klare Konturen.

Viele Steinskulpturen

Ungewöhnlich groß ist diesmal der Anteil der ausgestellten Holz- und Steinskulpturen. „So viele haben wir noch nie in einer Werkschau zeigen können.“, freute sich Akademieleiter Zehnder. Unter den Exponaten auch eine große, weit geöffnete Hand, die Sylvia Michels aus einem groben Holzstamm herausarbeitete. Persönliches Neuland hat diesmal Gerhard Lenz betreten.

Zwar hatte er zuvor schon zahlreiche Steinskulpturen geschaffen, jedoch noch nie italienischen Marmor bearbeitet. Aus einem asymmetrischen Steinbrocken schuf er nun die Skulptur „Griechische Woge“, die an Engelsflügel oder geschmeidigen Wellenfluss erinnert.

Die 17. Werkschau präsentiere Arbeiten, „vor denen man den Hut ziehen muss!“, formulierte Professor Zehnder abschließend. Und zwei Besucherinnen, in die Ausstellung vertieft, fügten leise hinzu: „ Jedes Bild ist Meditation.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert