Kreis Düren - Werke von Psychiatriepatienten erstmals in der Kreisstadt gezeigt

Werke von Psychiatriepatienten erstmals in der Kreisstadt gezeigt

Von: Stephan Johnen
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Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann freut sich, dass erstmals Werke aus der Heidelberger Sammlung Prinzhorn in Düren ausgestellt werden. Die Kunstwerke sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Dürener Psychiatriepatienten erschaffen worden. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. Noch vor wenigen Jahren wäre eine solche Ausstellung gar nicht möglich gewesen. Um die kostbaren Papierarbeiten aus der Heidelberger Sammlung Prinzhorn zeigen zu können, werden hohe klimatische und konservatorische Anforderungen gestellt, damit die Zeichnungen, Fotografien und Kollagen keinen Schaden erleiden.

„Erst mit dem Neubau erfüllen wir die Voraussetzungen an Raumklima und Beleuchtung“, freut sich Dr. Renate Goldmann, Leiterin des Dürener Leopold-Hoesch-Museums, auf „eine Sensation“. 88 Arbeiten von elf Künstlern, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Düren entstanden sind, werden erstmals in der Kreisstadt gezeigt.

Das Besondere: Die Kunstwerke sind von Patienten der Dürener psychiatrischen Klinik geschaffen worden. Im Rahmen der Doppelausstellung „Moderne. Weltkrieg. Irrenhaus“, die im Leopold-Hoesch-Museum und in Haus 5 der LVR-Klinik Düren ab dem 1. Mai gezeigt wird, beleuchtet das Hoesch-Museum den Themenkomplex Kunst und Psychiatrie. „Wir bringen diese Bilder für eine gewisse Zeit nach Hause“, freut sich Renate Goldmann. Die Ausstellungen sind Teil des LVR-Verbundprojekts „Mitten in Europa – Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“.

„Die Sammlung Prinzhorn umfasst etwa 5000 Werke und ist weltweit in Menge und Qualität einzigartig“, erklärt Renate Goldmann. Hans Prinzhorn, Kunsthistoriker und Psychiater, schrieb in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts alle psychiatrischen Kliniken im deutschsprachigen Raum an und trug eine wohl einzigartige Sammlung von Kunstwerken zusammen. „Viele Künstler der Avantgarde beschäftigten sich mit der sogenannten Außenseiterkunst“, blickt die Museumsdirektorin zurück. Mittels ausgewählter Dürener Arbeiten aus der Sammlung wird das von den Kriegsereignissen und dem damit einhergehenden Militarismus geprägte kreative Schaffen einzelner Patienten nachgezeichnet. Begleitend werden diese Arbeiten mit Kunstwerken der Epoche 1900 bis 1930 aus der Sammlung des Leopold-Hoesch-Museums präsentiert. Die Lichthöfe des Museums sind für Literatur und Poesie reserviert. Dort werden die Besucher Werke und Gedichte dieser Epoche lesen und hören können.

Die Doppelausstellung wird am Donnerstag, 1. Mai, eröffnet: um 11 Uhr im Festsaal der LVR-Klinik, Meckerstraße 15, und um 12 Uhr im Leopold-Hoesch-Museum. Der Eintritt ins Museum ist an diesem Tag frei. Zu sehen sind die Werke bis zum 6. August.

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