Derichsweiler - Wenn Herrchen arbeitet, gehts ab in die Huta

Wenn Herrchen arbeitet, gehts ab in die Huta

Von: Sarah Maria Berners
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Abholzeit in der Hundetagessä
Abholzeit in der Hundetagessätte: Aiko freut sich, sein Herrchen Mirko Vogel (l.) wiederzusehen. Während der seinem beruf nachging, hat Heinz Hartenstein auf den Vierbeiner und seine Kameraden aufgepasst. Foto: smb

Derichsweiler. In der Tagesstätte wird es laut, als die ersten Autos auf den Hof fahren. Es ist 16 Uhr. Die Abholzeit beginnt. „Heute hat Aiko viel getobt”, erzählt Heinz Hartenstein, als Mirko Vogel vor der Tür steht, um seinen Schützling abzuholen.

Zwischen Hof und Tür werden viele Gespräche geführt - Gespräche darüber, ob sich die lieben Kleinen wohlfühlen, wie sie sich in die Gruppe einfügen, und ob sie auch mal zur Ruhe kommen. „Aiko freut sich, wenn er morgens hier her kommen kann, aber er freut sich auch, wenn es wieder nach Hause geht”, sagt Vogel. Als die Türe aufgeht, springt Aiko ihm in die Arme.

Alles ist, wie es in einer Tagesstätte sein muss. Naja, fast alles. An der Garderobe hängen nicht die Jacken und Matschhosen, sondern Leinen. Rote, Grüne, Blaue. Und statt lachender Kinder laufen auf der Wiese bellende Hunde umher. Aiko ist einer von ihnen und deswegen besucht er keine Kita sondern eine Huta - eine Tagesstätte für Hunde. Die liegt umgeben von Äckern und Feldern zwischen Derichsweiler und Schlich.

„In immer mehr Familien sind Mann und Frau berufstätig. Und viele Hunde können nicht einen ganzen Tag lang alleine Zuhause bleiben”, sagt Heinz Hartenstein, der die Huta betreibt. Schließlich seien sie soziale Wesen. Rudeltiere eben.

Sonntag ist Ruhetag im Hundehort. Ansonsten ist er von 7 bis 18 Uhr geöffnet. Die Bring- und Abholzeiten sind flexibel. Ein gemeinsames Frühstück, wie in vielen Kitas, gibt es in der Huta nicht. Die Hunde sind für gewöhnlich satt, wenn sie ankommen, und Abendbrot gibt es Zuhause.

Martina Linzenich ist berufstätig und den ganzen Tag unterwegs. Schon seit Jahren bringt sie Lea - eine „Doberfrau” - in die Huta. „Ich merke, dass Lea zufriedener und ausgeglichener ist”, sagt sie. Und sie selbst könne guten Gewissens und entspannt zur Arbeit gehen. Das lassen sich die Herrchen einiges kosten, sechs bis zwölf Euro pro Tag. Wer Hunde nicht mag, wird darüber lächeln. Aber für ihre Besitzer sind Hunde Familienmitglieder - und für die tun sie alles. Sie sind davon überzeugt, dass die tierische Gesellschaft gut für den Hund und damit auch gut für das Herrchen ist. Das gelte auch für die Kleinen. Die Betreuung von unter Dreijährigen ist selbstverständlich, vier Monate alt sollten die Vierbeiner aber sein. Die Grundimpfungen sind Pflicht.

Spielen, Toben, Kräftemessen - das liegt in der Natur der Tiere. Und deswegen muss die Gruppe in der Huta zusammenpassen. „Ein Zwergpudel kann den Tag schlecht mit einem Labrador verbringen”, sagt Hartenstein. Kleinere Zeitgenossen haben in der Huta daher ihr eigenes Revier. Und wenn ein Hund so gar nicht ins Rudel passt, kann er nicht bleiben. „Wie wir Menschen, haben auch Hunde unterschiedliche Charaktere. Eine Dobermannhündin hier ist zum Beispiel nicht so spielfreudig und etwas eigenbrötlerisch. Das akzeptieren die anderen Hunde und lassen sie in Ruhe.” Der schwarze Hund mit dem roten Halsband hingegen, macht gerne mal auf „dicke Hose”.

In der Tagesstätte haben die Hunde - bis zu zehn sind täglich dort - eine Wiese, auf der sie frei laufen können. Außerdem gibt es jeden Morgen einen Spaziergang mit dem Hundetrainer. „Viele Hunde sind Zuhause unterfordert. Hier können sie sich auspowern”, sagt Hartenstein. Abends reicht vielen ein kleiner Spaziergang. Morgen geht es wieder in die Huta. Die hübsche Australian-Shepherd-Hündin wird dann nicht da sein. Sie fährt in die Berge - Herrchen und Frauchen haben Urlaub.
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