Wenn die Rathaustreppe zur Bühne wird

Von: Sandra Kinkel
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Hiroshi Wakamatsu ist einer der Tänzer, die am Freitagnachmittag beim Projekt „Tanzende Stadt“ mitmachen. Insgesamt sind Tänzer von sechs verschiedenen Kompagnien dabei. Los geht es um 17 Uhr auf dem Kaiserplatz. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Das Herz der Stadt gehört dem Bürger“, sagt Irene Kalbusch. „Und damit der Bürger sich wirklich wohlfühlt, braucht er auch ein kulturelles Angebot.“ Irene Kalbusch ist Tänzerin und Choreografin, und sie ist die Erfinderin des Festivals „Tanzende Stadt“.

Seit über zehn Jahren gibt es diese Veranstaltung schon, am Freitag, 26. August, wird das Festival für 2016 in Düren eröffnet, bevor es nach Herzogenrath, Durbuy, Verviers, Eupen und Stolberg weiterzieht.

„Bei der ‚Tanzenden Stadt‘“, erklärt Irene Kalbusch, „werden öffentliche Plätze und Gebäude zur Bühne für zeitgenössischen Tanz. Das Publikum wird auf der Straße angesprochen. Die Künstler bewegen sich zum Zuschauer hin und nicht umgekehrt.“ In Düren werden Kaiserplatz, Markt, Annakirche und Ahrweilerplatz zur Bühne. Irene Kalbusch: „Die Treppe vor dem Rathaus wird genauso mit einbezogen wie die Kirche selbst. Und das ist auch die große Herausforderung für die Tänzerinnen und Tänzer: Es gibt bei der ‚Tanzenden Stadt‘ eben keinen absolut sauberen und schwingenden Tanzboden.

Es gibt im Gegenteil vielleicht einen Hund, der an den Tänzern vorbeiläuft, und Zuschauer, die miteinander reden. Mit all dem müssen die Künstler leben.“ Kalbusch will mit ihrem Festival den modernen Tanz populärer machen. „Außerdem“, sagt die Leiterin der Tanzkompagnie „Irene K.“, „werden die Plätze durch die Performances auf eine ganz neue Art und Weise belebt.“

In Düren wird mit der „Tanzenden Stadt“ am Freitag gleichzeitig die neue Reihe „Heimat. Sehnsucht. Identität“ des städtischen Kulturbetriebs eröffnet. Und das, davon sind jedenfalls Irene Kalbusch und Kulturbetrieb-Chef Dieter Powitz überzeugt, passt ganz hervorragend. „Unsere Tänzer“, sagt Irene Kalbusch, „kommen aus der ganzen Welt. Es sind Künstler aus Kuba, Italien, Belgien und La Réunion dabei. Jeder hat eine ganz andere Heimat und andere Wurzeln.“ Dieter Powitz glaubt, dass die Dürener am Freitag ihre Heimat völlig neu entdecken können.

„Durch den Tanz werden die Plätze in ein komplett neues Licht getaucht. Das ermöglicht den Zuschauern, Altbekanntes neu zu erobern. Vielleicht gelingt es dem ein oder anderen, den viel gescholtenen Kaiserplatz lieb zu gewinnen. Die Möglichkeiten, die durch die ‚Tanzende Stadt‘ entstehen, sind wirklich enorm. Vielleicht erleben wir ja auch am Freitagabend so etwas wie ‚Düren 2.0‘.“ Darüber hinaus, ergänzt Powitz, sei der Nachmittag natürlich auch tänzerisch total interessant. „Das Publikum erlebt eine Vielfalt von Choreografien und kann direkt und ungeschützt mit den Tänzern in Kontakt treten.“

Los geht das Festival „Tanzenden Stadt“ um 17 Uhr am Kaiserplatz. Irene Kalbusch: „Jede Tanzperformance wird etwa 15 Minuten dauern, danach geht es zum nächsten Platz.“ Natürlich sind alle herzlich eingeladen, sich alle Choreografien anzugucken, es ist aber auch möglich, sich nur einen Teil der Tänze anzugucken. „Das Publikum ist völlig frei“, sagt Dieter Powitz. „Ich habe ‚Tanzende Stadt‘ in Aachen erlebt, und dort war es so, dass die Gruppe der Zuschauer im Laufe der zwei Stunden immer größer geworden ist.“

Höhepunkt der „Tanzenden Stadt“ ist die letzte Vorführung am Ahrweilerplatz. Zu Live-Musik des Duos „Trombarimba“mit Martin Schädlich und Lasse Lemmer wird es eine Improvisation aller Tänzer geben.

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