Kreis Düren - Weniger stationäre Klinikpatienten im Kreis Düren

Weniger stationäre Klinikpatienten im Kreis Düren

Von: cro
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Kürzere Aufenthalte: Im Vergleich zum Bundesschnitt bleiben Patienten nicht so lange in den Kliniken im Kreis Düren. Symbolfoto: imago/Westend61

Kreis Düren. Eine Schlagzeile lautete kürzlich: „Zu wenig Pfleger für immer mehr Klinikpatienten“. Dem zugrunde lag eine deutschlandweite Auswertung des Statistischen Bundesamtes über die Zahlen der stationär Behandelten und die Anzahl der Pflegekräfte in Vollzeit für 2016.

Bundesweit ist die Zahl der Klinikpatienten um 1,4 Prozent im Vergleich zu 2015 gestiegen. Gesetzliche Krankenkassen und Patientenschützer äußerten daraufhin Kritik, weil die Zahl der Pflegekräfte auch nur gering gestiegen sei (um 1,3 Prozent), obwohl intensivere Pflege nötig sei – Patienten würden älter und seien vermehrt chronisch krank. Die Stiftung Patientenschutz zum Beispiel beklagt, dass es sieben Prozent weniger Pflegekräfte als vor 20 Jahren gebe.

Ein Überblick für den Kreis Düren, der nicht immer im Bundestrend liegt.

Krankenhaus Düren

Im Krankenhaus Düren ist die Zahl der stationär Behandelten von 20.055 in 2015 minimal auf 19.996 im vergangenen Jahr gesunken. Die Bettenauslastung lag mit 82 Prozent höher als der Bundesschnitt (77,8). Zurückgegangen ist ebenfalls die Zahl der Vollzeitkräfte in der Pflege: Im vorigen Jahr waren es 497,6 Stellen, in 2015 noch 510,2 (Im Fünf-Jahresvergleich waren es 2011 noch 467,8). Dabei ist jedoch zu beachten, dass einzelne Stellen von mehreren Teilzeitkräften ausgefüllt werden, so dass 837 Menschen hinter den Vollzeitkräften in 2016 stecken und 844 in 2015.

Das Krankenhaus Düren weist die Kritik von Kassen und Patientenschützer zurück und betont, „gerade im Pflegebereich für eine ausreichende Personalausstattung zu sorgen“. Das werde auch gewährleistet, indem die Pfleger unter anderem von Servicepersonal, Transportdiensten und Bürokräften entlastet würden ( Infobox).

Da Patienten seit Jahren älter werden und der Anteil Pflegebedürftiger steige, setze das Haus nicht nur auf die Personalstärke, sondern auch auf Kooperationen mit anderen Einrichtungen. So sei täglich eine Gerontopsychologin im Haus, die sich um ältere Patienten kümmere und „so auch unsere Pflegekräfte schult“, sagt Christoph Lammertz aus der Geschäftsführung.

Die Zahl der ärztlichen Vollzeitkräfte ist am Krankenhaus Düren auch gesunken: von 149,3 in 2016 auf 144,5 im vergangenen Jahr.

Caritas-Häuser

Etwas weniger als 40.000 Patienten wurden 2016 in Lendersdorf, Birkesdorf, Jülich und Linnich (Caritas-Trägerschaft ctw) behandelt. Durchschnittlich verbringen sie 6,5 Tage dort – Selbiges gilt für das Krankenhaus Düren. Die Zahl liegt unter dem deutschlandweiten Schnitt von 7,3 Tagen. Die geringe Zahl begründet die ctw-Geschäftsführung mit „der Umstellung des Finanzierungssystems“ und „veränderten Behandlungsprozessen“.

Hinsichtlich der Vollzeitkräfte in der Pflege rechnet die ctw in Personen, nicht in Stellen. In die Statistik fällt zusätzlich zu den Häusern aus dem Kreis das Krankenhaus Prüm (das kleinste von allen): 845 Pfleger waren dort 2016 beschäftigt, in 2011 mit 837 nur minimal weniger. Hierzu teilt die Geschäftsführung mit: Gerade in der Pflege seien Personaländerungen schwierig, da „wir einen Pflegezuschlag zur Finanzierung des Pflegepersonals erst mit der Vereinbarung eines Jahresbudgets abrechnen können“ – das erfolgt über den Träger, also die Caritas. Generell seien der Personalausstattung Grenzen gesetzt, weil sich die Krankenhaus-Finanzierung nicht tariflich steigere. Indes: „Methoden haben sich entwickelt, Patienten werden in kürzerer Zeit komplexer behandelt.“ Bei den Ärzten in Vollzeit sieht es so aus: 2016 waren es 294, in 2011 waren es 235 (25 Prozent weniger).

LVR-Klinik

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie hat 2016 weniger Menschen stationär behandelt (7276) als im Jahr davor (7361); im Jahr 2011 zum Beispiel waren es noch 6606. Gestiegen ist die Zahl der Pfleger in Vollzeit, und zwar von 283 in 2015 auf 292 im vergangenen Jahr. Hinzu kommt, dass ein weiterer Standort in Bergheim eröffnete. Dorthin wurden 64 Betten verlagert, eine Tagesklinik wurde eröffnet, und so stieg die Zahl der Vollzeitpfleger in 2017 auf 301. Aufgrund unterschiedlicher Regelungen ist die Personalbesetzung nicht mit der der Krankenhäuser vergleichbar.

Die Bettenauslastung liegt derzeit bei 95 Prozent, und die Klinik betont, in Zukunft auf Hausbesuche setzen zu wollen, um den Alltag der Patienten nicht zu stark zu belasten. Die Regelungen mit den Krankenkassen stünden aber noch aus, sagt Pressesprecher Thomas Hax-Schoppenhorst. Derzeit verfolge das Haus die Maxime „ambulant vor teilstationär vor vollstationär“ bereits konsequent.

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