Kreis Düren - Weniger Opfer - und nicht mehr Knöllchen

Weniger Opfer - und nicht mehr Knöllchen

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Der Blitzmarathon ging gestern
Der Blitzmarathon ging am Dienstag in die zweite Runde. Wie hier in Luchem setzte die Polizei bei 40 Messpunkten auf gut sichtbare Kontrollen. Viele Anregungen für Messstellen kamen aus der Bevölkerung. Foto: Johnen

Kreis Düren. Einige Stundenkilometer mehr - und der Fahrer des weißen Kleinwagens wäre für einen Monat Fußgänger geworden. Erlaubt ist an der Mittelstraße in Luchem Tempo 50, geblitzt wurde der Senior am Dienstagmorgen mit Tempo 77. Was das für ihn bedeutet?

Polizeihauptkommissar Ralf Stoffels antwortete prompt: drei Punkte in Flensburg und 100 Euro Bußgeld - zuzüglich Gebühren. „Die meisten Menschen haben danach ihre Lektion gelernt”, fügt Stoffels Kollege Peter Wolf hinzu. Und die Polizei habe erreicht, was sie will: Autofahrer für die Gefahren des Rasens sensibilisiert. Schließlich gehe es beim zweiten landesweiten Blitzmarathon genau um diesen Aspekt. „Weniger Opfer sind unser Erfolg - nicht mehr Knöllchen!” hat die Kreispolizeibehörde den Blitzmarathon überschrieben.

Selbstverständlich wurden am Dienstag auch im Kreis Düren Bußgelder verhängt. Zur Halbzeit des Marathons, der heute morgen um sechs Uhr endete, hatten die Beamten 1550 Fahrzeuge an 40 Kontrollpunkten gemessen. 47 Autofahrer waren dabei zu schnell unterwegs, 14 sonstige Verstöße wie ein nicht angelegter Anschnallgurt wurden geahnt. Das Ergebnis des Blitzmarathons stellt die Behörde heute vor. Doch der Schwerpunkt der Aktion lag aus Sicht der Polizei auf der Prävention. Oder anders formuliert: Es ging auch um Erziehung der Verkehrsteilnehmer. Der ein oder andere gut sichtbar am Straßenrand geparkte Streifenwagen und die vorherige Ankündigung der Kontrollen gehören zum Konzept.

„Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptunfallursache auf unseren Straßen”, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn als Behördenleiter. Er hatte ein Beispiel parat, das verdeutlichen soll, welche Bedeutung das Einhalten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit hat. „Bei 15 Stundenkilometern mehr steigt im Fall einer Kollision von einem Auto mit einem Fußgänger die Todeswahrscheinlichkeit des Fußgängers um 70 Prozent”, rechnete Spelthahn vor. „Für wenige Sekunden Zeitgewinn gehen manche Menschen ein sehr hohes Risiko ein.”

Erstmals hatte die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. 190 Bürger aus dem Kreis machten 200 Vorschläge für Kontrollstellen. Ein Vorschlag kam von Helmut Pohl aus Luchem, der die Polizei im Namen seiner Mitbürger auf eine vermeintliche Rennstrecke aufmerksam machte (siehe „Zwei Fragen an”). Da am Dienstag nicht alle Vorschläge berücksichtigt werden konnten, will die Polizei im Laufe des Jahres an den vorgeschlagenen Kontrollpunkten Messungen vornehmen.
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