Weniger Filialen: Sparkasse Düren baut um

Von: Jörg Abels
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Die Sparkassen-Filiale in Mariaweiler ist eine von zwei im Kreis Düren, die geschlossen werden sollen. Auch aus Rödingen zieht sich das Geldinstitut zurück. Acht weitere Niederlassungen sollen zu Selbstbedienungscentern umgebaut werden. Foto: Jörg Abels
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Vorstandschef Uwe Willner erklärt mit Blick auf die Kreiskarte, dass die Sparkasse weiter in jeder Kommune mit Personal vertreten sein wird. Foto: Jörg Abels

Kreis Düren. Als Reaktion auf das sich rasant veränderte Kundenverhalten baut die Sparkasse Düren ihr Privatkundengeschäft erstmals seit 2001 wieder um. Bis zum 31. Oktober 2016 wird die Zahl der mit Mitarbeitern besetzten Filialen im Kreisgebiet um zehn auf 25 sinken.

Zwei Standorte – Mariaweiler und Rödingen – werden geschlossen, acht weitere in automatisierte SB-Stellen umgewandelt. Parallel wird das Beratungsnetz ausgebaut. Konnten aufwendigere Beratungen bislang nur in den Kundenzentren in Düren und Jülich abgewickelt werden, so werden künftig sechs zusätzliche Filialen mit entsprechend geschultem Personal ausgestattet.

Darüber hinaus sollen bis zu 15 Mitarbeiter in einem neuen Dialog-Center auch außerhalb der gewohnten Filial-Öffnungszeiten am Telefon für die Fragen und Wünsche der Kunden zur Verfügung stehen, beispielsweise Überweisungen ausführen, aber auch Termine mit den Beratern vor Ort vereinbaren. Ein zweiter Sparkassen-Bus soll dafür sorgen, dass kleinere Orte auch in Zukunft nicht außen vor bleiben.

Die Sparkasse investiert mehr als drei Millionen Euro in die Modernisierung der bestehenden Filialen, aber auch in den Neubau eines Beratungscenters in der „Neuen Mitte“ in Niederzier, das die bisherige Filiale im Ort ersetzen soll.

„Uns war zweierlei besonders wichtig“, betont der Verwaltungsratsvorsitzende, Landrat Wolfgang Spelthahn nach der einstimmigen Entscheidung des Kontrollgremiums. „Dass die Sparkasse in jeder Kommune mindestens einmal mit Personal verbleiben, und dass der komplette Umbau ohne betriebsbedingte Kündigungen unter Wahrung des Besitzstandes ablaufen wird.“

„Ein durchschnittlicher Sparkassenkunde besucht mehr als 100-mal unsere Internetfiliale, nutzt fast 200-mal unsere Smartphone-App, kommt aber nur noch einmal im Jahr in die Filiale vor Ort“, begründet der Vorstandsvorsitzende Uwe Willner den Umbau, der Teil einer Gesamtstrategie „Sparkasse 2025“ ist.

Gleichzeitig spricht er mit Blick auf den Ausbau der Beratungszentren von einer Wachstumsoffensive. Dafür sollen die zusätzlichen Berater sorgen, beispielsweise im Bereich Baufinanzierungen und bei der Vermögensanlageberatung. „Wir bündeln und erweitern in diesen Centern unsere Beratungskompetenz“, betont der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Udo Zimmermann.

Ein Ziel in diesem Zusammenhang sei neben anderen die „Baufi to go“, die Baufinanzierung binnen 48 Stunden. Wie viele Mitarbeiter von der Umstrukturierung betroffen sein werden, könne nicht gesagt werden, erklärt Zimmermann. Mit allen betroffenen – rund 400 der 780 Beschäftigten – werde ein Gespräch über die eigenen Zukunftsvorstellungen geführt.

„Im zweiten Quartal 2016 soll dann jeder Gewissheit über seinen künftigen Arbeitsplatz haben.“ Uwe Willner verspricht, überall dort, wo die Sparkasse nicht mehr so präsent wie noch heute sein wird, „eine Lösung für jeden Kunden zu finden“.

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