Weniger Blutspenden: Elf Prozent Rückgang seit Januar

Von: asw
Letzte Aktualisierung:

Düren. Ferienzeit ist Blutspende arme Zeit. „Auch wenn ein Krankenaus genügend Blutkonserven hat, kann es nächste Woche schon ganz anders aussehen, wenn ein großer Unfall auf der A4 passiert oder eine Herz-OP in Aachen stattfindet“, sagt Elfriede Kempkes, Blutspendenfachbeauftragte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Kreisverband Düren.

In Zahlen ausgedrückt: 2014 gab es im Kreis Düren noch 7800 Blutspenden, 2015 waren es nur noch 7100. Das entspricht einem Rückgang von zehn Prozent. „Und auch bis Ende dieses Jahres müssen wir mit einem weiteren Rückgang rechnen. Von Januar bis Ende Juli dieses Jahres sind es allein schon elf Prozent Spenden, die weggebrochen sind“, sagt David Küpper, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West.

Nach wie vor kann Blut nicht künstlich hergestellt werden und Krebspatienten, die auf Thrombozyten-Präparate angewiesen sind, müssen schnell versorgt werden. „Maximal fünf Tage können die Thrombozyten aufbewahrt werden“, erklärt Küpper.

Einen schwindenden Vorrat an Blutkonserven kann Michael Flaßhove, Arzt für innere Medizin am Krankenhaus Düren, nicht bestätigen. „Wir haben ein Blutdepot für unser eigenes Haus und beliefern über zehn weitere Krankenhäuser. Alles, was angefordert wird, wird auch geliefert“, sagt er auf DZ-Anfrage. „Eine Verknappung ist nicht zu merken – wie auch schon 2015 nicht.“

Dennoch fordert das DRK Menschen auf, die als Spender infrage kommen und die Möglichkeit haben, Blut zu spenden. „Vor allem die Rhesus-negativen Blutgruppen sind nicht ausreichend vorhanden“, betont David Küpper. So wie null negativ. „Beispiel: Sollte ein Krankenhaus 20 Konserven bestellt haben, können nur 15 geliefert werden“, ergänzt Küpper.

Das Problem betrifft aber nicht nur den Kreis Düren, sondern die Länder Nordrhein-Westfalen, Saarland und Rheinland-Pfalz für die der Blutspendedienst West zuständig ist. Die drei Bundesländer benötigen 3500 Blutkonserven täglich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert