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Weltfrauentag: Empfang mit Publizistin Anke Domscheit-Berg

Von: kin
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Die Publizistin und Unternehmerin Anke Domscheit-Berg las beim Weltfrauentag im Haus der Stadt in Düren. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Das Erkämpfte feiern und für das Fehlende weiterkämpfen – rund 110 Frauen waren ins Haus der Stadt gekommen, um den Weltfrauentag, der seit über 100 Jahren immer am 8. März gefeiert wird, zu begehen. Gastrednerin in Düren war Unternehmerin und Publizistin Anke Domscheit-Berg, die aus ihrem Buch „Ein bisschen gleich ist nicht genug!: Warum wir von Geschlechtergerechtigkeit noch weit entfernt sind“ las.

„Es ist mein erster Besuch in Düren“, begrüßte die Autorin ihr Publikum an der Rur. „Und der Weltfrauentag ist dafür der perfekte Anlass.“ Der Weltfrauentag sei der Tag, an dem sich 99 Prozent der Menschen zumindest ein Stück zu mehr Geschlechtergerechtigkeit bewegen würden. Domscheit-Berg: „Gerade junge Frauen denken, dass es diese Gerechtigkeit längst gibt. Aber dem ist absolut nicht so.“

Die Rednerin erklärte auch gleich warum: „In Schule und Universität erfahren junge Frauen heutzutage eigentlich keine Ungerechtigkeiten mehr. Aber spätestens, wenn es darum geht, Positionen im mittleren Management zu bekommen oder eine Familie gründen zu wollen, wird die Ungleichbehandlung deutlich.“

Weniger Gehalt

Schon Berufsanfängerinnen, ergänzte Christina van Essen, kommissarische Leiterin des Dürener Frauenbüros, würden häufig bis zu acht Prozent weniger verdienen, als Männer im gleichen Beruf. „Nur wenige Betriebe legen wirklich die Gehaltszahlungen offen“, sagte Anke Domscheit-Berg. „Die Frauen brauchen aber absolute Transparenz, also harte Zahlen, damit sie sich wirklich wehren können.“

Die Ungleichbehandlung belegte Domscheit-Berg mit einigen beeindruckenden Zahlen. „Nur 1,5 Prozent aller Chefdirigenten sind Frauen. Nur vier Prozent der hauptamtlichen Bürgermeister sind weiblich, weniger als ein Viertel der Hauptfiguren im Kinderfernsehen der ARD sind weiblich. Da bekommen kleine Mädchen und Jungs schon sehr früh ein völlig falsches Bild.“

Liesel Koschorreck, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Düren und SPD-Landtagsabgeordnete, betonte in ihrer Rede, dass die Frauen zwar schon viel erreicht hätten, der Weltfrauentag aber immer noch eine wichtige Einrichtung sei. „80 Prozent aller Mütter arbeiten in Teilzeit. Diese Zahl ist zu hoch.“

Es sei gut, ergänzte Koschorreck, dass es im Kreis Düren ein großes, wirklich funktionierendes Netzwerk für Frauen in Not geben würde. „Ein Viertel aller Frauen wird im Laufe des Lebens Opfer von Gewalt. Es wichtig, dass alle Täter ermittelt und auch bestraft werden.“ Mit dem Weltfrauentag, sagte Koschorreck, würden Frauen ein wichtiges Zeichen für eine gerechte und eine gleichberechtigte Welt setzen.

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