Weiterhin Stillstand im ehemaligen Munitionsdepot

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
8690724.jpg
Norbert Schmitz (r.) und Rolf Delhougne halten an der Idee der „World of Music“ fest. Foto: Abels

Gürzenich. Hinter dem Schlagbaum der ehemaligen Kaserne Gürzenich-Wald ist der Verfall allgegenwärtig. Seit die letzten Bundeswehrsoldaten im Januar 2010 das frühere Munitionsdepot verlassen haben, wuchert das Unkraut.

Vom Rasensportplatz und den Tennisanlagen ist längst nichts mehr zu erkennen, auch die Gebäude verfallen zusehends. „Hier wird Volksvermögen vernichtet“, ärgert sich Rolf Delhougne.

Noch könnten die Gebäude und Hallen für kleines Geld wieder genutzt werden, ist Norbert Schmitz überzeugt. Der Tourismuskaufmann und Eventmanager hat seine mit dem CDU-Mittelstandschef vor Jahresfrist erstmals vorgestellten Pläne einer „World of Music“ auf dem Areal mit regelmäßigen Konzerten Ton- und Musikvideostudios, Fanartikel- und Souvenirshops und Museen noch nicht aus dem Auge verloren.

Das für diesen Sommer anberaumte Test-Open-Air-Konzert, das Aufschluss über die Lärmbelästigung der Anwohner geben sollte, hat aber nie stattgefunden. Schmitz verweist auf immer neue Auflagen der Behörden. Erst hätten sie auf in der Nähe brütende Rot Milane verwiesen, so dass der Konzerttermin vom 19. Juli auf den 6. September verlegt werden musste, dann auf ein vermeintliches Schlingnattervorkommen, berichtet Schmitz.

Jetzt will der Eventmanager einen neuen Anlauf für ein Open-Air-Konzert auf dem früheren Hubschrauberlandeplatz im südlichen Teil des Areals am 5. September 2015 unternehmen. Und er ist zuversichtlich, bis dahin alle erforderlichen Gutachten vorlegen zu können.

Expertisen für den Brand-, Arten- und Lärmschutz lägen vor, ein Verkehrskonzept werde noch erstellt. Bis dahin haben er und die weiteren Mitglieder des neu gegründeten Vereins „World of Music“ allerdings noch einiges zu tun.

Sie wollen den Wildwuchs an den Straßen und Wegen beseitigen, damit das Areal, das sich noch im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) befindet, nicht irgendwann vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW zum Waldgebiet erklärt und damit wertlos wird, weil nicht mehr nutzbar würde, erklärt Schmitz. Und er betont noch einmal, bereits Interessenten für eine „World auf Music“ zu haben, auch ein Investor habe er an der Hand.

Die städtische Wirtschaftsförderung präferiert währenddessen weiter ein anderes Nutzungskonzept für das ehemalige Munitionsdepot, das eines naturhistorischen Museums nach Vorbild des Dinoparks im niedersächsischen Münchehagen (www.dinopark.de).

Die Betreiber des dortigen Freilichtmuseums sprechen vom größten, wissenschaftlichen Erlebnis- und Themenpark Deutschlands, in dem die Besucher auf einem etwa vier Kilometer langen Rundweg Einblicke in die Entwicklung des Lebens von der Urzeit bis in die Gegenwart erhalten und auf über 230 lebensechte Rekonstruktionen von Dinosauriern und anderen Urzeittieren stoßen.

Wirtschaftsförderer Heinz Mannheims kann sich gut vorstellen, dass Ähnliches auch Tausende Besucher in den Gürzenicher Wald locken könnte, spricht aber auch von einem regionalen Bezug, den der Park haben soll; beispielsweise die Geschichte des rheinischen Braunkohlereviers.

„Wir haben nichts gegen einen fairen Wettbewerb“, betont derweil Rolf Delhougne. Allerdings müsse endlich etwas passieren, damit das Areal und mit ihm die zum Teil erst vor wenigen Jahren noch komplett sanierten Gebäude nicht weiter verfallen.

Der Verein „World of Music“ würde den bebauten Teil des Geländes, rund 30 der insgesamt 150 Hektar am liebsten von der BImA anmieten und dann die Gebäude Instand setzen und vermieten. Angemerkt

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert