Weißer Ring will an seiner Bekanntheit arbeiten

Von: Hendrik Buch
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Unterstrichen die steigende Bedeutung von Prävention im Weissen Ring: (v.l.) Klaus Kaulich und Wolfgang Gatzke (LKA), Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer und Landesvorsitzender Dieter Gawlitta. Foto: heb

Düren. Der „Weiße Ring“ ist für viele Menschen ein Synonym für Opferschutz. „Wir helfen Kriminalitätsopfern“, lautet auch der Slogan des Verbundes ehrenamtlicher Helfer. Auf der Tagung des Landesverbandes Rheinland in Dürens Posthotel rief der Verein seinen Mitglieder aber auch ein anderes Standbein der Weißen Rings in Erinnerung.

Und zwar die Kriminalitätsprävention als „besten Opferschutz“, wie es Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer am Samstag ausdrückte.„Prävention ist seit unserer Gründung Satzungsziel des Weißen Rings“, unterstrich auch der Landesvorsitzende Dieter Gawlitta bei seiner Begrüßung.

Zur Verdeutlichung berichtete der ehemalige Direktor des Landeskriminalamtes NRW, Wolfgang Gatzke, zum Thema „Die Kompetenz des Weißen Rings liegt vor allem in der Kriminalitätsvorbeugung aus Opfersicht“, betonte der Polizeibeamte, der auch im Fachbeirat für Prävention des Weißen Rings sitzt. „In der Realität brauchen wir in dieser Hinsicht vor allem bessere Schulung, Vernetzung und auch mehr Kooperation mit anderen Organisationen“, fasste Gatzke zusammen, der seine Polizeilaufbahn in Düren begann.

Die geplanten Schritte zur Ausweitung der Präventionsarbeit stellte die Referentin für Vorbeugung, Anna Rau, im Detail vor. Zudem sprach Klaus Kaulich vom LKA NRW über die mögliche Rolle des Weißen Rings in der Prävention aus Polizeisicht sowie generelle Möglichkeiten der Kooperation zwischen dem Verein und der Polizei. „Auch die Förderung von Zivilcourage ist eine wichtige Säule des Opferschutzes“, mahnte Gatzke.

Biwer berichtete den Ehrenamtlern aus dem Rheinland über die Tätigkeiten auf Bundesebene. Unter anderen engagiert sich der Weiße Ring momentan bei der Gestaltung des Opferschutzreformgesetzes und des Opferentschädigungsgesetzes. Ans Selbstbewusstsein der Mitarbeiter appellierte sie: „Ehrenamtlicher Einsatz ist nicht geringwertiger als bezahlte Hilfsarbeit.“ Allerdings stellte die Bundesgeschäftsführerin auch fest: „Die Bekanntheit des Weißen Rings nimmt leider ab.“

Gerade bei jungen Menschen habe der Verein eine sinkende Bekanntheit, Öffentlichkeitsarbeit sei daher ein wichtiger Pfeiler der zukünftigen Arbeit. „In den Bereich soziale Netzwerke brechen wir gerade erst auf“, erklärte Biwer. „Opferarbeit ist ein 24-Stunden-Job und wird oft auch von Pensionären geleistet“, zeigt sie ein strukturelles Defizit bei der Onlinearbeit auf und wirbt auch um mehr junge, netzaffine Helfer für den Verein.

Die PR-Arbeit nahm folgerichtig einen eigenen Tagungsordnungspunkt der zweitägigen Versammlung ein. Neben der Prävention wurden zudem die Themen Stalking und Täterarbeit sowie rechtliche Fragen angesprochen. Insgesamt arbeiten über 3000 Ehrenamtler für den Weißen Ring überkonfessionell mit Opfern von Kriminalität. Zudem engagieren sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter – auch in Kooperation mit anderen Organisationen – in Fällen von Mobbing, Betrug und Diebstahl sowie gegen Gewalt gegen Kinder und Sexualdelikte.

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