Weißer Ring hilft in 258 Fällen häuslicher Gewalt

Von: Bruno Elberfeld
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Mit lauter Stimme spielte Künstlerin Cilly Baum (l.) vor Mitgliedern des Weißen Rings, Vertretern der Stadt, der Polizei und anderer Organisationen eine Tatort-Szene, um auf die Opfer von Gewalttaten aufmerksam zu machen. Foto: Elberfeld

Kreis Düren. „Wir konnten im vergangenen Jahr in 258 Fällen häuslicher Gewalt helfen“, berichtete Eva-Maria Eschbach, die Außenstellenleiterin Düren-Jülich des Weißen Rings. Die bekannten Fälle bezeichnete sie als „die Spitze des Eisbergs“, die tatsächliche Fallzahl häuslicher Gewalt bleibe im Dunkeln.

Wie in jedem Jahr am 22. März, dem Tag der Kriminalitätsopfer, hatten sich auch diesmal Vertreter des Weißen Rings, der Polizei, des Landschaftsverbandes Rheinland und anderer Hilfsorganisationen am Stand des Weißen Rings auf der Kölnstraße/Ecke Wirtelstraße versammelt. Eva-Maria Eschbach möchte – wie alle 480 Mitglieder des Weißen Rings im Kreis – den Opfern eine Stimme geben. In vielen Medien seien die Täter oft sehr präsent, betonte die Außenstellenleiterin. „Wir wollen den Opfern, die nichts sagen, die aufgrund ihrer Erfahrungen sprachlos sind, eine Stimme geben“, formulierte Eschbach das wichtigste Ziel.

Jeweils am 22. März eines jeden Jahres bekunden die Mitglieder des Weißen Rings, Hauptamtler und Ehrenamtler, ihre Solidarität mit den Opfern. Im Mittelpunkt der Aktion in Düren stand eine Performance: Die Künstlerin Cilly Baum hatte ein Karree von etwa zweimal drei Metern mit einem Polizeiband auf dem Boden markiert. Im Viereck lag ein Gemälde, das ein Augenpaar zeigte. Einzelne Schuhe und Sandaletten, ein rotes und ein schwarzes Tuch komplettierten den Tatort. Mit lauter Stimme spielte Baum eine Szene, so wie Menschen oft in „Tatorten“ handeln und sprechen. Bürgermeister Paul Larue und der stellvertretende Leiter der Polizei des Kreises Düren, Wilhelm Sauer, lobten den Mut der Künstlerin, in der Öffentlichkeit ohne Hemmungen zu agieren. „Lautstärke am richtigen Ort und zur richtigen Zeit“, verriet Sauer, „kann Verbrechen verhindern“. Paul Larue bedankte sich beim Weißen Ring, der Polizei und allen, die helfen, „Verbrechen zu verhindern und sie zu ahnden“.

Der Weiße Ring bekommt keinerlei staatliche Hilfe. Er ist auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Deshalb appellierte die Außenstellenleiterin an die Menschen, beim Weißen Ring Mitglied zu werden und zu spenden. Wer sich über die Organisation informieren möchte oder Fragen hat, kann sich an die Außenstelle wenden, Telefon 02421/972383 oder per E-Mail an weisser-ring.eme@gmx.de.

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