Düren - Weisser Ring: Gerald Fack sucht Mitstreiter

Weisser Ring: Gerald Fack sucht Mitstreiter

Von: Stephan Johnen
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„Ein Verbrechen hinterlässt Spuren – auch auf der Seele“: Gerald Fack und die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Weißen Rings wollen Opfern von Verbrechen im Kreis Düren helfen. Foto: Stephan Johnen

Düren. „Wenn alle den Täter jagen, wer kümmert sich eigentlich um das Opfer?“ Gerald Fack lässt diese Frage nicht lange im Raum stehen, denn er kennt die Antwort: der Weiße Ring. „Nur sind wir nicht so bekannt in der Bevölkerung wie beispielsweise das Rote Kreuz“, sagt der ehrenamtlich tätige Leiter der Außenstelle Düren.

In der Bevölkerung sei vielfach nicht bekannt, dass es eine gemeinnützige Organisation gebe, die ein flächendeckendes Hilfsnetz für in Not geratene Kriminalitätsopfer aufgebaut hat. „Wer Opfer eines Verbrechens wurde, weiß oft nicht mit dieser schwierigen Situation umzugehen“, weiß Fack. An dieser Stelle komme der Weiße Ring ins Spiel.

Der bundesweit tätige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Opfern von Gewalt und Kriminalität zu helfen – auf vielfältige Weise und unabhängig von einer Mitgliedschaft im Verein und sonstigen Verpflichtungen. 13 ehrenamtliche Mitarbeiter sind im Kreis Düren aktiv. „Wir könnten noch etwas Unterstützung vertragen“, sagt Gerald Fack. Der 70-Jährige ist seit März Leiter der Außenstelle Düren, zuvor war er vier Jahre lang stellvertretender Außenstellenleiter. Bis zu seiner Pensionierung trug Gerald Fack Uniform – als Oberst im Heer. „Ich wollte im Ruhestand meine Erfahrung in den Dienst der Allgemeinheit stellen“, sagt er. Seine Entscheidung fiel auf den Weißen Ring.

Die Ehrenamtler begleiten Opfer von Gewalt und Kriminalität zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht, sie geben Hilfestellung im Umgang mit Behörden, stehen beratend zur Seite und gewähren finanzielle Hilfen zur Überbrückung von Notlagen, die in Zusammenhang mit einer Straftat stehen.

Jeder Mitarbeiter des Weißen Rings kann beispielsweise sofort bis zu 250 Euro Hilfe gewähren und Schecks für eine Beratung beim Anwalt und eine psychotraumatologische Erstberatung ausstellen. „Opfer von Straftaten und Gewalt stehen oft unter einem großen Schock. Je schneller die Hilfe kommt, desto besser“, weiß Gerald Fack. Der Ring arbeite daher mit Psychologen und medizinischen Einrichtungen zusammen, um den Opfern möglichst kurzfristig Termine ermöglichen zu können.

„Wir beraten gerne jedes Opfer einer Straftat, aber die materiellen Hilfen können wir nur gewähren, wenn Menschen nach einer Straftat in einer finanziellen Notlage sind“, fügt Gerald Fack ergänzend hinzu. Mit den Schecks und Soforthilfen soll eine akute Notlage abgemildert werden, beispielsweise wenn einer Seniorin die Monatsrente gestohlen wurde und das Opfer kein Geld mehr für Lebensmittel hat.

Der Weiße Ring finanziert sich über Spenden, von Gerichten verhängten Geldbußen, Erbschaften und über Mitgliedsbeiträge. „Wir sind stolz darauf, dass nur ein Bruchteil des Geldes in die Verwaltung geht und wir somit vielen Menschen helfen können“, sagt Gerald Fack.

Wo der Weiße Ring nicht direkt helfen kann, werden andere Partner ins Boot geholt. Der Verein arbeitet in Düren beispielsweise eng mit den Opferschutzbeauftragten der Kriminalpolizei zusammen. „Im vergangenen Jahr wir 210 Opfer betreut. Die Straftaten reichten von Mobbing bis zum versuchten Mord“, bilanziert Außenstellenleiter Gerald Fack.

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