Wein-Fachliteratur im Krimi verpackt

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Zog bei seiner Lesung in Düre
Zog bei seiner Lesung in Düren die Zuhörer in seinen Bann: Krimi-Autor Paul Grote. Foto: Hahn

Düren. „Eigentlich sind meine Bücher als Krimi verpacke Wein-Fachliteratur.” Mit diesem Zitat von Autor Paul Grote begrüßte Sascha Fackeldey, Teamleiter Prävention und berufliche Eingliederung beim Berufsförderungswerk (BFW) für Blinde und Sehbehinderte an der Karl-Arnold-Straße in Düren, den Schriftsteller aus Berlin und seine zahlreichen Zuhörer.

Darunter waren auch viele Teilnehmer an den Reha-Projekten des BFW. In geheimnisvolles Halbdunkel gehüllt, entfaltete der Gast alsbald sein zu den Sinnen sprechendes Fabuliertalent und nahm die Menschen im Saal mit in die spanische Region La Rioja, aus der ein auch in Deutschland beliebter Rotwein stammt.

Grote - der wie Carsten Henn (der ebenfalls schon im BFW gelesen hat) aus Hürth und Winzer Andreas Wagner zu den stilprägenden Verfassern der Gattung „Weinkrimi” zählt - begeisterte das Publikum bei seiner Lesung in Düren zuerst einmal mit der atmosphärischen Dichte, mit der er Menschen, Landschaften und den garstigen Unfall, mit dem sein Buch „Rioja für den Matador” anfängt, schildert. Bei ihm sitzt jedes Wort wie der Federstrich des Malers auf der Leinwand. Aber nicht nur das: Nicht minder beeindruckend und dabei für den Laien gut verständlich wirkte seine Beschreibung der Winzerszene vor Ort.

Doch selbst diese präzise ausgeleuchteten Details waren nur die halbe Miete. Der Geschmack des Weines, der An- und Ausbau der Trauben, der fruchtige junge „Joven” und die lange im Holz gelagerte „Riserva”: Das alles und noch mehr glaubten die Zuhörer schließlich auf ihren Zungen zu spüren. Die quasi nächtliche Atmosphäre im abgedunkelten BFW-Raum dazugenommen - die Illusion wirkte so gut wie perfekt, zumal Paul Grote ein beachtliches Talent bewies, Texte nicht nur zu schreiben, sondern darüber hinaus sprechend zu gestalten. (ch)

Der Autor im Internet:www.paul-grote.de
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