Weil Sophie heute sehen kann

Von: Bruno Elberfeld
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Stefan, Sophie, Paul und Frederike Wasserkordt (von rechts) überreichten dem Frühförderungszentrum der Dürener Louis-Braille-Schule einen Scheck über 8000 Euro. Foto: Elberfeld

Düren. „Warum wir diesen Scheck spenden?”, fragt Stephan Wasserkordt und lächelt. „Der Grund läuft da vor Ihnen, heißt Sophie und ist sechs Jahre alt.” Das blonde Mädchen hüpft auf dem Weg zum Frühförderzentrum vor den Erwachsenen her, ein normales Kind, das demnächst die erste Klasse einer Grundschule besuchen wird.

Und dann sprudelt es aus dem Vater: „Sophie ist blind geboren und hatte bei ihrer Geburt den Grauen Star.” Seine Frau, Frederike Wasserkordt, ergänzt: „Das Frühförderzentrum für Sehgeschädigte Kinder der Louis-Braille-Schule hat Sophie das Sehen beigebracht. Aus Dankbarkeit und um anderen Kindern zu helfen, machen wir das.” Schon zum vierten Mal überreicht Familie Wasserkordt einen Scheck. Zusammen gekommen ist eine Summe von nahezu 50.000 Euro.

Die passionierten Golfer laden seit vier Jahren zu einem Charity-Golfturnier an den Veldener Hof ein. Ausgespielt wird der so genannte „Schlaufüchse-Cup”. Startgelder, eine große Tombola und viele Spenden erbrachten in diesem Jahr eine Summe von 16.000 Euro, von denen die Hälfte an das Frühförderzentrum geht. Die andere Hälfte wird einem anderen karitativen Zweck zugeführt.

In Zeiten der leeren Staatskassen seien die Fördereinrichtungen auf Spenden angewiesen, sagte bei der Scheckübergabe Ulrich Wontorra, Leiter des Schulverwaltungsamtes. Mit dem Geld werden Geräte wie Laptops, Sehhilfen und Diagnostikmaterial angeschafft, die betroffenen Eltern nehmen an Wochenendseminaren teil, denn auch sie müssen in das Gesamtkonzept eingebunden werden. Viele Eltern können diese Veranstaltungen aber nicht finanzieren.

Die Geschichte von Sophie Wasserkordt fand ein glückliches Ende: Nach Erkennung der Defizite „schwaches Kontrastsehen” und „Grauer Star” wurde operiert. Künstliche Linsen wurden eingesetzt, Kontaktlinsen und eine Brille kamen hinzu. Doch Sehen läuft über die Neuronen im Gehirn ab. „Also mussten wir Sophie das Sehen beibringen”, berichtet Gabriele Korf, Leiterin des Frühförderzentrums.
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