Weihnachtsmarktfrage: Jetzt sollen sich die Bürger äußern

Von: Jörg Abels
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Soll der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus bleiben. Anlieger von Markt und Kölnstraße plädieren für einen Umzug auf den zentralen Platz und fordern nun die Besucher auf, sich in einer Umfrage zu äußern. Foto: Abels

Düren. Wo soll in Zukunft der Weihnachtsmarkt stattfinden? Das Thema hat in diesen Tagen wieder Fahrt aufgenommen, eng verbunden mit der Frage der künftigen Nutzung des Rathausvorplatzes im Zuge des Masterplan-Prozesses.

„Die Bürger sind es, die den Weihnachtsmarkt besuchen sollen, deshalb sollten sie auch entscheiden“, erklärt Einzelhändler Ulf Minartz. Mit Resi Richter hat er eine Umfrage konzipiert und fordert die Bevölkerung auf: Entscheiden Sie mit! „Eine solche Frage darf nicht über die Bürger hinweg entscheiden werden“, betont die engagierte Dürenerin, die für viele Immobilieneigentümer auch am Markt spricht.

In den Cafés Extrablatt und Scoozi am Markt, im Modehaus Minartz und zeitweise auch auf dem Weihnachtsmarkt selbst haben Dürener und Besucher bis Ende Januar Gelegenheit, sich auf einem kleinen Fragebogen zu äußern, welchen Platz sie für einen neu gestalteten Weihnachtsmarkt am geeignetsten halten: den bisherigen Standort vor dem Rathaus, den Marktplatz, das Areal um die Annakirche oder den Hoeschplatz vor dem Museum. „Das Ergebnis der Umfrage wollen wir dann am 17. Februar im Arbeitskreis Weihnachtsmarkt präsentieren“, betont Minartz.

Aus ihrer eigenen Meinung machen Resi Richter und Ulf Minartz keinen Hehl: Für sie gehört die wichtigste Veranstaltung einer Jahreszeit auf den zentralen Platz, also der Weihnachtsmarkt auf den Marktplatz. Dass damit die Wochenmarktbeschicker für fünf Wochen ausweichen müssten, halten sie für das geringere Problem. Ein Umzug des im Winter ohnehin sehr viel dünner besetzten Wochenmarktes vors Rathaus ist für sie ebenso eine Option wie eine direkte Anbindung an den Weihnachtsmarkt mit Ständen auf der Kölnstraße und Richtung Oberstraße. Nicht nur Weihnachts- und Wochenmarkt könnten sich so gegenseitig befruchten, auch Einzelhandel und Gastronomie würden profitieren, ist Minartz überzeugt.

Aus zahlreichen Gesprächen mit Kollegen und Gastronomen weiß er, dass sich viele Anlieger des Marktplatzes auch finanziell engagieren würden, wenn der Weihnachtsmarkt vor ihre Haustür umziehen würde. „Das könnte beim Ambiente für einen echten ‚Wow-Effekt‘ sorgen“, betont Minartz. Damit Einzelhandel und Weihnachtsmarkt voneinander profitieren könnten, wären alternative Standorte wie rund um die Annakirche wie von der „Ampel“ im Koalitionsvertrag verankert, und am Museum absolut geeignet, sie seien zu weit ab vom Schuss.

Das sehen die Weihnachtsbeschicker im Übrigen genauso. „Der eigentlich gewachsene Platz für einen Weihnachtsmarkt ist der Markt“, wird Dürens Schaustellerchef Bert Cremer nicht müde zu betonen. „Damit alle Beteiligten profitieren, muss der Weihnachtsmarkt so zentral wie möglich aufgebaut werden. Das belegen bundesweite Studien.“

Da er und seine Kollegen aber auch um die Lobby der Wochenmarktbeschicker wissen, ist für sie die einzige Alternative zum Marktplatz der Verbleib vor dem Rathaus. Und dabei spielt für Cremer noch ein weiterer Aspekt eine entscheidende Rolle. „Der Rathausvorplatz ist der einzige Platz für große Veranstaltungen.“ Dabei denkt er beispielsweise auch ans Stadtfest und den Trödelmarkt. Der Rathausvorplatz dürfe auf keinen Fall so umgebaut werden, dass er in Zukunft nicht mehr bebaut werden kann. Die von Masterplaner Dr. Harald Heinz vorgeschlagenen Wasserspiele zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität könnten ja auch im Bereich der jetzigen Treppe installiert werden, erklärt Cremer.

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