Weihnachtsbaum-Weitwurf: Anna-Schützen lassen die Tannen fliegen

Von: Jörg Abels
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Überkopfschleuderwurf oder Stoßtechnik: Beim Weihnachtsmarkt der Berzbuirer Schützen am Bauschhof flogen am Samstag wieder die Weihnachtsbäume. Foto: Jörg Abels
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Zur Eröffnung am Samstagnachmittag spielte das Jugendblasorchester Lendersdorf im Bauschhof auf.
Anna Schützen
Der Hobbyschmied Hartwig von Hoym demonstrierte den Besuchern sein traditionelles Handwerk. Foto: Jörg Abels

Berzbuir. Mit Baumstammwerfen kennt sich der Schotte aus. Kein Wunder, dass die Deutsche Meisterschaft im Weihnachtsbaum-Weitwurf im Rahmen des Berzbuirer Weihnachtsmarkts für die „Highland Shadows“ aus Kreuzau seit Jahren ein Pflichttermin ist.

Mit „Tossing The Caber“, dem Baumstammwerfen im Rahmen der schottischen Highland-Games, aber hat der von den Anna-Schützen 2012 ins Leben gerufene Juxwettbewerb wenig gemein.

5,2 Kilo schwer bei den Herren

Mit gerade einmal 5,2 Kilo sei die Berzbuirer Nordmanntanne im Männer-Wettbewerb – der Baum der Frauen wiegt 4,2 Kilo – viel leichter als der bis zu 50 Kilo schwere Mast und damit windanfälliger, erklärt Björn Heck, Vorsitzender der Kreuzauer Highländer, die sich in Berzbuir immer auch ein Duell mit ihren Freunden vom Stamm der „McClorey-Warriors“ aus Rommerskirchen-Oekoven liefern.

Trotzdem hat Heck den Dreh raus: 2014 trug er sich am Bauschhof bereits einmal in die Siegerliste des Männerwettbewerbs ein, 2015 gewann er die Teamwertung.

Zwei Varianten

Überkopfschleuderwurf, Drehschleuderwurf und Stoßwurf: Wenn es darum geht, den Weihnachtsbaum möglichst weit zu werfen, ist in Berzbuir jede Technik erlaubt. Diesmal hatte Friedel Lövenich, der die Idee des Weihnachtsbaum-Werfens 2012 von einem Kuraufenthalt in Chemnitz mit an die Rur brachte, zwei ganz unterschiedliche Bäume für die Männer herausgesucht. Eine kleine kompakte und eine lichtere, dafür aber größere. „Beide natürlich aufs Gramm gleich schwer“, versicherte er, aber halt mit unterschiedlichen Flugeigenschaften.

Die Anna-Schützen überlassen nichts dem Zufall, Juxwettbewerb hin oder her. Auch bei der Weitenmessung nehmen sie es genau. Jeder Wurf wird per Laser vermessen. Und das Wettkampfteam der Anna-Schützen hatte am Samstag wieder alle Hände voll zu tun. Knapp 130 Teilnehmer stellten sich dem Wettbewerb, immer wieder angefeuert von den Besuchern des Marktes.

Am Ende hatte wie im Vorjahr Torsten Mugele die Nase vorn. Der Sohn des Hausherrn auf dem Bauschhof schleuderte den Baum 10,71 Meter weit – gemessen an der Schnittkante – und blieb damit nur knapp unter seiner Rekordweite aus dem Vorjahr (10,99 Meter). Björn Heck wurde als bester „Schotte“ immerhin Zweiter (weitere Ergebnisse siehe Info).

Den Weihnachtsmarkt in der idyllischen Atmosphäre des Berzbuirer Bauschhofes auf die Meisterschaft im Weihnachtsbaum-Weitwurf zu reduzieren, würde dem Engagement der Schützen freilich nicht gerecht, die Jahr für Jahr alles daran setzen, dem Besucher ein paar romantische Stunden zu bereiten. „Wir achten stets auf Qualität“, betonte Christian Schleicher, der Vorsitzende des Fördervereins.

Und so fanden die vielen Hundert Besucher im Schatten des großen Weihnachtsbaumes in der Hofmitte wieder über 25 regionale Händler, Handwerker und Künstler vor, darunter Krippenbauer und Eisenschmied Hartwig von Hoym, der bereits zum fünften Mal in Folge Einblicke in das traditionelle Handwerk gab, das vom Aussterben bedroht ist.

„Daher freue ich mich immer wieder, vor allem jungen Menschen das alte Handwerk zeigen zu können“, betonte der Birgeler, der im laufenden Schuljahr einmal in der Woche auch an der Hauptschule Inden zu Gast ist.

Musikalische Einlagen des Jugendblasorchesters Lendersdorf und der „Weilerswist and District Pipe Band“ sorgten für zusätzliches Ambiente, nicht zu vergessen das Feuerwerk am Samstagabend. Der Erlös des Marktes kam wie immer der Jugendarbeit der Schützen zugute, die Startgelder des Juxwettbewerbs gingen direkt an die Wohn- und Förderstätte für mehrfach behinderte Menschen des Blindenfürsorgevereins Düren.

Apropos Juxwettbewerb: Die Kreuzauer „Highland Shadows“ haben sich von den Berzbuirern inspirieren lassen. Sie wollen nun in der Mainacht in Kreuzau ein „Maibaum-Weitwerfen“ veranstalten, kündigte Björn Heck an.

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