Jürgen B. Hausmann begeistert in der Arena Kreis Düren

Weihnachts-Wahnsinn vom Allerfeinsten mit Jürgen B. Hausmann

Von: Sandra Kinkel
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In der Weihnachtsbäckerei: Bei seinem Programm „Alle Jahre widder“ nahm Jürgen B. Hausmann den Weihnachts-Wahnsinn aufs Korn. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Es ging um „Christ-Mett“, Hilfe beim Durchdrehen und Eierlikör aus zwei Flaschen Schnaps und einem Ei – Weihnachten bei den Hausmanns ist schon ziemlich speziell. Aber irgendwie eben auch ganz normal. In der Arena Kreis Düren präsentierte der 53-jährige Kabarettist Jürgen B. Hausmann, der im richtigen Leben Jürgen Beckers heißt, in Alsdorf wohnt und Lehrer für Latein, Griechisch und Geschichte ist, sein Weihnachtsprogramm „Alle Jahre widder“.

Rund 1500 Menschen in Düren erlebten zweieinhalb Stunden Weihnachts-Wahnsinn vom Allerfeinsten, einen bestens aufgelegten Künstler – und hörten vermutlich die ein oder andere Geschichte, die sich so oder so ähnlich auch schon unter dem heimischen Tannenbaum abgespielt hat. Mit von der Partie war Musiker Harald Claßen, für Hausmann „der Beste in ganz Deutschland“, der bei den zahlreichen Gesangseinlagen für den richtigen Ton sorgte.

Jürgen B. Hausmann ist ein guter Beobachter und ein noch besserer Erzähler. Und er ist ein absoluter Kenner der rheinischen Sprache. Da geht es zum Beispiel um ein wichtiges Lebensmittel mit J („jute Butter“) und das Provisorium Schwiegermutter („Als die mir gesagt hat: Am Samstag krieg’ ich der Kopp gemacht’, war alles klar.“).

Der Abend startet mit dem Back-Wahn, genauer gesagt mit dem Weihnachts-Back-Wahn. „Kinder, ich hab’ eigentlich überhaupt keine Zeit“, begrüßt Hausmann sein Publikum, „Ich bin en de Plätzchen“. Hausmann berichtet von seinen langjährigen Erfahrungen als Hobby-Bäcker, davon, als er mit einer Tafel Schokolade in der Badewanne saß, die Kuvertüre aber trotz Wasserbad nicht schmelzen wollte, und vom Spritzgebäck-Machen mit seiner Frau, die regelmäßig im Advent fragt „Hilfst Du mir mal beim Durchdrehen?“ Klar, dass sie den Teig meint.

„Alle Jahre widder“ – dazu gehören aber auch Adventskalender („Beim Metzger gibt es die jetzt sogar mit Fleisch. Aber ohne Christ-Mett!“), die Treffen mit der lieben Verwandtschaft („Ich fahre lieber zu denen. Dann können wir abhauen, wenn wir keine Lust mehr haben.“) und Aus-Essen-Gehen mit der ganzen Familie („Haben Sie einen Tisch bestellt“, fragt der Kellner. „Ne, ich habe Hunger, ich will keine Möbel.“)

Weihnachten, das sind aber auch Bausätze als Geschenke für die Kinder, zu denen es die russische Version der Bedienungsanleitung gibt, der Schwager, der plötzlich zum Weinkenner mutiert und die Blumenvase mit einer Dekantier-Karaffe verwechselt, der Besuch beim Zahnarzt-Weihnachtsnotdienst, weil die Schoko-Nuss-Printe eben doch zu hart war, und – natürlich – „Sissi“. Hausmanns Frau guckt das jedes Jahr („Ob die denkt, es ändert sich mal was, und Sissi macht in Jülich eine Frittenbude auf?“) und schläft regelmäßig dabei ein.

Gut gemachter Klamauk

Jürgen B. Hausmann kommt bei seinem Programm vom Hölzchen aufs Stöckchen, und ja, manchmal ist das, was er auf der Bühne präsentiert einfach nur (gut gemachter) Klamauk – gleichwohl muss man bei seiner Art von Humor auch ab und zu wirklich nachdenken, um die Witze zu verstehen. Die Dürener haben das perfekt gemacht, das Lob des Kabarettisten ließ nicht lange auf sich warten: „Sie sind eigentlich zu intelligent für das Programm. Für die Stimmung sind dööfere Zuschauer besser.“

Auftritte in Düren, schob Hausmann nach, seien immer etwas ganz Besonderes. „Das Publikum ist einzigartig. Sie sind toll.“ Wer jetzt auf die Idee kommen könnte, Hausmann muss sich bei seinen Dürener Zuschauern einschmeicheln – weit gefehlt. Der Mann aus Alsdorf, vermutlich der einzige Kabarettist der Republik, der mit einem braunen Anzug auf der Bühne steht, der jedem Lateinlehrer wirklich alle Ehre macht, hat den Nerv der Menschen in der Arena voll und ganz getroffen. Von Anfang an gab es einen feinen Draht zwischen Kabarettist und Publikum, am Schluss jede Menge Applaus und nicht wenige, die sich dauernd die Lachtränen aus den Augenwinkeln wischen mussten. Zum Glück ist in 13 Tagen Weihnachten.

Da findet Jürgen B. Hausmann sicher wieder viel Stoff für sein nächstes Weihnachtsprogramm.

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