Vettweiß - Weihnachten den Flüchtlingen näher gebracht

Weihnachten den Flüchtlingen näher gebracht

Von: Alina Miebach
Letzte Aktualisierung:
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Alexandra Pohl von der Flüchtlingshilfe Vettweiß erläuterte den Flüchtlingen Weihnachtssymbole und –bräuche beim Begegnungskaffee. Foto: Alina Miebach

Vettweiß. Einmal im Monat treffen sich Flüchtlinge der Gemeinde Vettweiß mit Ehrenamtlern zum persönlichen Austausch in einem familiären Rahmen. Nun standen Weihnachten und dessen Bräuche im Vordergrund.

Alexandra Pohl, Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe Vettweiß, erklärte rund 40 Personen aus verschiedenen Ländern die deutsche Weihnachtstradition. Mit Hilfe eines Dolmetschers gelang es ihr, den Adventskalender, den Tannenbaum, Adventskranz und die Farbsymbolik von grün und rot in der Advents- beziehungsweise Weihnachtszeit nahezubringen. Alexandra Pohl erläuterte den Besuchern auch die Krippe und ihre geschichtlichen Hintergründe und Jesu Rolle in unserer Religion.

Auch die Nächstenliebe spielt vor allen Dingen in jenem Rahmen eine besondere Rolle. Während Alexandra Pohl von den religiösen Anfängen und Traditionen berichtete, saßen die Flüchtlinge und Ehrenamtlich an weihnachtlich geschmückten Tischen in Kerzenschein, wodurch eine gemütliche Atmosphäre entstand.

Im Nebenraum kümmerten sich andere Ehrenamtler liebevoll um die Kinder der Familien. „Das ist bei jedem Treffen so“, sagte Pohl. Vor etwas über einem Jahr hatte Marli Kapellmann die Idee, ein monatliches Begegnungstreffen zu ermöglichen. „Ich wollte etwas Ehrenamtliches machen und damals stand in der Zeitung, dass die Flüchtlingshilfe Vettweiß noch Leute suche. Die Idee hatte ich bereits im Kopf“, verriet Kapellmann.

Der Begegnungskaffee soll aber nicht nur für, sondern auch von Flüchtlingen mitgestaltet werden. Auch nach dem Treffen soll ein gemeinsames Aufräumen und Abwaschen ermöglicht werden, um das Miteinander zu lernen und den Umgang zu stärken.

Der nächste weihnachtliche Programmpunkt spiegelte sich im Lied „Oh, Tannenbaum!“ wieder. Nicht nur die Ehrenamtler, sondern vor allen Dingen die Flüchtlingskinder stimmten mit ein. „Das Begegnungskaffee ist begehrt. Die Leute freuen sich, nach hier kommen zu dürfen und vor allen Dingen ermöglichen Ehrenamtler ihnen Patenschaften“, sagte Kapellmann.

Diese Patenschaften sind keineswegs ausschließlich von materieller Natur. Im Rahmen der Flüchtlingshilfe Vettweiß sollen die Patenschaften Flüchtlingsfamilien, Paaren oder Einzelpersonen lediglich eine Anlaufstelle bieten. Paten helfen Flüchtlingen bei Behördengängen, organisatorischen Dingen oder Verständnisfragen.

„Natürlich kann ein Pate selbst entscheiden, in wie weit er den Flüchtling in seine Familie integriert“, sagte Monika Lövenich. Es geht vor allen Dingen um Hilfe, Anwesenheit und Akzeptanz. „Vor jedem Treffen fahren mein Mann und ich die Einladungen herum. Es gab auch schon Treffen, bei denen die Musik aufgedreht und getanzt wurde. Das entwickelt sich spontan“, sagte Kapellmann und lächelte.

Damals hatte sie bereits im Rahmen eines Seniorenkaffees in der Gemeinde Erfahrungen gesammelt, wollte sich aber lieber anderweitig engagieren.

Mit Freude und Einsatz beschäftigten sich die Ehrenamtler mit den Flüchtlingen und geben ihnen die Möglichkeit, nicht nur unter vier Augen miteinander zu sprechen, sondern auch andere Flüchtlinge aus der Gemeinde kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen und sich zu beraten. Ehrenamtler und Paten werden somit Bezugsperson und auch Freunde für die Flüchtlingsfamilien. „Meistens sind es die gleichen, die unserem Kaffee beiwohnen, aber es kommen auch schon mal Neue, die Interesse an der deutschen Tradition und dem Austausch hegen“, sagte Kapellmann.

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