Weierstraße: Streit um Carsharing und Fahrradstellplätze

Von: Jörg Abels
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Düren. Die „Ampel“-Mehrheit feiert den Beschluss als ersten Schritt auf dem Weg zu klimafreundlicher Mobilität, die CDU-Opposition spricht von einem Affront gegenüber Autofahrern und von der Verschwendung von Steuergeldern.

Mit einem überdachten Fahrradstellplatz mit 16 Plätzen und dem Einstieg ins Carsharing (die organisierte gemeinschaftliche Nutzung eines Pkw) mit zwei Fahrzeugen soll an der Weierstraße eine „Mobilitätsstation“ entstehen. Das hat der Verkehrs- und Bauausschuss mehrheitlich beschlossen. Dafür aber müssen sechs der 18 Kurzzeitparkplätze an der Weierstraße (Höchstparkdauer: eine Stunde) weichen.

Aus Sicht der CDU eine Entscheidung gegen eine Vielzahl von Wochenmarktbesuchern, die gerade diese Parkplätze in unmittelbarer Nähe der Verkaufstände schätzten, um schnell ihre Einkäufe erledigen zu können, ohne die Tüten über weite Strecken tragen zu müssen, argumentierte Rainer Guthausen.

Und zum Thema Carsharing, das von der Stadt mit einer monatlichen Umsatzgarantie von 1500 Euro und einem Verzicht auf die Stellplatzgebühr im ersten Jahr (1400 Euro) angeschoben werden soll, legte CDU-Fraktionschef Stefan Weschke nach: „Es ist nicht Aufgabe der Stadt und damit des Steuerzahlers, einen Carsharing-Betreiber zu alimentieren, der einen Jahresumsatz von 18 Millionen Euro hat.“ Weschke kritisiert weitere Bestandteile des Vertrags, den die Stadt mit der auch bereits in Aachen und Jülich tätigen Firma Cambio schließen soll.

Künftig sollen städtische Mitarbeiter nicht mehr die beiden bislang vom Dürener Service Betrieb geleasten Fahrzeuge nutzen, sondern nur noch die Carsharing-Wagen. „Allerdings gibt es im Vertrag keine Verfügbarkeitsgarantie für die Stadt“, ärgerte sich Weschke.

Sollten beide Fahrzeuge bereits genutzt werden, müsste die Verwaltung auf Taxis ausweichen. Zudem ist aus Sicht der CDU mit Blick auf die Marktbesucher die Wilhelmstraße der geeignetere Ort für die Leihwagen-Station.

Die Standortfrage wurde am Dienstagabend noch einmal bis zur Ratssitzung vertagt. Grundsätzlich setzte die „Ampel“ aber ihr Konzept durch. Die Koalition verweist auf die Berechnung der Verwaltung, dass das Carsharing-Modell billiger als die bisherige Leasing-Variante sei und vertraut der Erwartung, dass das Projekt schon binnen Jahresfrist sehr gut angenommen vom Bürger wird.

„Der Mindestumsatz würde dann gestrichen und die städtischen Mobilitätskosten würden sinken“, erklärte Georg Schmitz (Grüne). Er warf der CDU vor, Lobby-Partei der Autofahrer zu sein, und klimafreundliche Entwicklungen zu behindern.

Anreiz, auf das Auto zu verzichten

Das Carsharing soll dafür sorgen, dass Bürger, die nur selten einen Pkw benötigen, auf eine Anschaffung verzichten. Langfristig könne so der Parkdruck und die Luftverschmutzung in der Innenstadt abnehmen. Mit der Fahrrad-Abstellanlage soll ein weitere Anreiz geschaffen werden, das Fahrzeug auch mal stehen zu lassen.

Ziele, die auch die CDU grundsätzlich begrüßt, aber nicht an diesem Standort und zu diesen Konditionen. Einig war sich der Ausschuss nur darin, die Fahrradanlage an der Annakirche nicht für 5500 Euro zu überarbeiten, sondern die Abstellplätze auf dem Wirteltorplatz zu modernisieren.

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