Obermaubach/Düren - Weiches Wehebachwasser oder härteres aus dem Tagebau?

Weiches Wehebachwasser oder härteres aus dem Tagebau?

Von: Jörg Abels
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Wehebachtalsperre
Könnte bald aus Wasserlieferant für Düren sein: Die Wehebachtalsperre. Foto: WVER

Obermaubach/Düren. Seit die Pläne der Stadtwerke Düren öffentlich wurden, die Trinkwassergewinnung aus der Rur im Wasserwerk Obermaubach angesichts steigender Anforderungen an die Wasserqualität und damit verbundener Kosten einzustellen, wird über die Zukunft der Trinkwasserversorgung in Düren heftig diskutiert.

Wilfried Soddemann, früherer Leiter des Staatlichen Umweltamtes Aachen und Mitglied im Arbeitskreis Gesundheit des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, befürchtet in einem der DZ vorliegenden Schreiben an den neuen NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel, die zu 74,9 Prozent dem RWE gehörenden Stadtwerke könnten in Zukunft auf aufbereitetes Sümpfungswasser aus dem von RWE Power betriebenen Tagebau Hambach zurückgreifen. Das aber sei weitaus härter als das Rurwasser.

Er schlägt deshalb vor, Wasser aus der „weitgehend schadstoffarmen Wehebachtalsperre” über die bereits vorhandene 13 Kilometer lange Transportleitung in Obermaubach aufzubereiten. Damit würden die Dürener auch weiterhin weiches Wasser erhalten, erklärt Soddemann.

Allerdings müssten die Stadtwerke, die schon heute jährlich 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Wehebachtalsperre entnehmen dürfen, um bei einer Störung im Wasserwerk Obermaubach die Trinkwasserversorgung für Düren zu sichern, zusätzliches Wasser von der WAG (Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel) einkaufen.

Positiver Nebeneffekt laut Soddemann: An der Struktur des Wasserversorgungsnetzes, das für den Einspeisungspunkt Obermaubach ausgelegt sei, würde sich nichts ändern.

Die Stadtwerke Düren wollten am Dienstag die Überlegungen Soddemanns nicht kommentieren. „Fakt ist, dass wir derzeit verschiedene Möglichkeiten untersuchen”, erklärte SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke auf Nachfrage. „Dabei hat die Frage der Wasserqualität für uns absolute Priorität.”

Ziel sei eine langfristige Qualitätssicherung, natürlich auch unter Berücksichtigung des Härtegrades, ergänzte Winfried Zach, Leiter des Wasserwerks Obermaubach. „Unser Ziel ist es, im Sinne des Kunden so schnell wie möglich zu entscheiden”, betonte Klocke, ohne sich auf einen Zeitpunkt festlegen zu wollen. Das letzte Wort habe der Aufsichtsrat der Stadtwerke nach Rücksprache mit der zuständigen Bezirksregierung Köln.

Dabei wird immer wahrscheinlicher, dass das Wasserwerk Obermaubach nur noch als Notversorgungsanlage weiterbetrieben werden soll. Klocke erinnert daran, dass die Flusswasseraufbereitung seinerzeit von der Bezirksregierung nur genehmigt wurde, weil Alternativen fehlten. Die seien jetzt vorhanden und würden geprüft.
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