Düren - Weiches Wasser aus der Wehebachtalsperre

Weiches Wasser aus der Wehebachtalsperre

Von: Tobias RÃber
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So kennen viele Besucher die W
So kennen viele Besucher die Wehebachtalsperre. Ins Innere des Staudamms blicken Besucher auch hin und wieder. Foto: Röber

Düren. Ein wenig Angst steht dem einen oder anderen Besucher schon ins Gesicht geschrieben, wenn Ralph Prost verkündet, dass über den Köpfen jetzt mehr als 40 Meter Wasser sind.

Für Talsperrenmeister Ralph Prost ist das nichts besonderes, schließlich wohnt und arbeitet er an der Wehebachtalsperre und begibt sich mehrmals am Tag unter die Erde. Hin und wieder nimmt er dann auch Besuchergruppen mit.

Vor der spannenden Unter-Tage-Begehung steht jedoch Theorie auf dem Programm. Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER), unternimmt einen Ausflug in die Geschichte der Talsperren. Für viele Besucher ist die dringendste Frage: „Wann wird Düren aus dieser Talsperre versorgt?” Im kommenden Jahr soll es wohl so weit sein. Die Stadtwerke Düren werden mit der Wassergewinnungs- und Aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH (WAG) dazu einen Vertrag über die Entnahme von 3,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser schließen. „Die WAG hat Wasserrechte für 15 Millionen Kubikmeter jährlich, entnimmt davon jedoch nur rund ein Drittel. Düren kann also bald ohne Probleme mit versorgt werden”, sagt Marcus Seiler.

Tourismus ein Folgenutzen

Bei einer weiteren wichtigen Frage beruhigt Seiler ebenfalls. „Viele Dürener haben die Sorge, dass sie künftig kein weiches Wasser haben. Brauchen sie aber nicht, es wird sich nichts ändern. Oberflächenwasser ist weiches Wasser, und Düren wird künftig mit Oberflächenwasser der Wehebachtalsperre versorgt”, versichert er.

Der Pressesprecher wird mitunter auch mit anderen Fragen konfrontiert. „In trockenen Zeiten, wenn der Wasserstand niedrig ist, rufen auch schon mal Segler an und fragen, ob wir nicht mal was anstauen können. Das geht natürlich nicht”, sagt Seiler und erklärt, dass der Tourismus ein Folgenutzen der Talsperren sei und ein Anstauen für sportliche Zwecke oder sonstige Freizeitspäße nicht möglich sei, da immer eine gewisse Wassermenge abgegeben werden müsse, schon allein aus dem Grund, die Papierindustrie ausreichend zu versorgen. Seiler sagt das nicht ohne Grund. Nach dem Hochwasser im Winter, war der März der zweittrockenste März der vergangenen 50 Jahre. Vor dem Tourismus stünden als Zwecke der Talsperren der Hochwasserschutz, die Sammlung hochwertiger Rohwässer für die Trinkwassergewinnung, die Sammlung von Rohwasser für Industriebedarf und die Stromproduktion aus Wasserkraft. Doch auch in trockenen Zeiten, ist die Wasserversorgung über einen langen Zeitraum gesichert. So sei etwa die laut Betriebsplan vorgeschriebene Mindestabgabe der Rurtalsperre auch gewährleistet, wenn es ein Jahr nicht regnen würde.

Nun steht der Tour ins Innere der Staumauer nichts mehr im Wege. Der Eingang ist unspektakulär, hinter einer großen Metalltüre führt eine Treppe nach unten. Stufe für Stufe wird es dort ein wenig kälter, die Feuchtigkeit nimmt zu und kriecht langsam durch die Kleidung. Ein leises Plätschern ist zu hören, das stetig lauter wird. Prost nimmt ein paar Besuchern die Sorgen. „Das ist Grund- und Oberflächenwasser”, sagt er. Und warum ist es rot gefärbt? Auch dafür gibt es eine einfache Erklärung: Eisenerz sorgt für den Rotstich.

Es folgt ein kurzer Abstecher in den Entnahmeturm, der von außen deutlich sichtbar mitten in der Talsperre steht. „Wir entnehmen das Wasser hier auf sechs verschiedenen Ebenen. Erst wird gestestet, auf welcher Höhe das Wasser die beste Qualität hat, und von dort wird es dann entnommen”, erklärt Ralph Prost.

Für die Besucher steht dann ein mehrminütiger Fußmarsch über rund 400 Meter an, von einem Ende der Staumauer zur anderen, nur eben unter der Erde. Es geht durch einen engen Betongang, links und rechts fließt ein wenig rostrotes Wasser, ab und an fällt ein Tropfen von der Decke.

Ralph Prost hält immer wieder an und erzählt interessante Geschichten. „Das Beben in Japan haben wir bis hier gemessen”, erklärt er und schiebt gleich hinterher: „Aber es war ganz schwach.” Und einmal mehr, hat er den ganz ängstlichen Besuchern dann doch noch ihre Sorgen genommen.
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