Düren - Weiberfastnacht: Das Ende der Zweiklassengesellschaft

Weiberfastnacht: Das Ende der Zweiklassengesellschaft

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Düren außer Rand und Band: Auf dem Marktplatz versammelten sich am Donnerstag hunderte Jecke, um die Eröffnung des Straßenkarnevals zu feiern. Diese Clowns strahlten dabei mit der Sonne um die Wette. Foto: A. Laaf

Düren. Traditionell ausgelassen, aber bis Redaktionsschluss friedlich, wurde in Düren die Eröffnung des Straßenkarnevals gefeiert. Prinzessin Katharina I. übernahm auf dem Marktplatz vor hunderten Jecken um 11.11 Uhr das Kommando über die Stadt und verpasste ihrem Prinzgemahl Ulrich I. Sprechverbot.

Der Gute hatte nichts zu sagen, ein Pflaster auf seinem Mund verurteilte auch jeden Versuch zum Scheitern. Unter der Regie von Wino Ulhas und Sabine Briscot-Junkersdorf wurde Wievefastelovend schunkelnd zelebriert.

Auf dem benachbarten Kaiserplatz feierten fast 4000 Jugendliche zu etwas härteren jecken Tönen. Erklangen dort noch vor wenigen Jahren Rockbands, passte sich das Liedgut aber den Klängen der älteren Semester an. „Es trauen sich auch immer mehr Erwachsene auf den Kaiserplatz”, freute sich Berthold Becker vom städtischen Jugendamt. Das Amt hat die Feier für Jugendliche federführend organisiert, Unterstützung gab es von Polizei, Ordnungsamt und Rettungsdiensten.

Vollblut-Jecke schunkeln auf dem Marktplatz, die Jugend rockt im Schatten des Rathauses: Lange Zeit gab es an Weiberfastnacht in Düren eher eine jecke Zweiklassengesellschaft. Doch die Grenzen verschwinden, das Publikum mischt sich. Erstmals seit drei Jahren besuchte auch das Dürener Prinzenpaar wieder die Jugend-Fete. Ulrich I. und Katharina I. wurden von den jungen Jecken freundlich begrüßt.

„Das Konzept der Jugendparty ist aufgegangen”, bilanzierten am Nachmittag Jugendamt und Polizei. Berthold Becker begrüßte die Karnevalsparty im Papst-Johannes-Haus für Jugendliche, die alkoholfreie Feier für Mittelstufenschüler des Gymnasiums am Wirteltor in der Endart am Vormittag und eine weitere Karnevalsparty für Jugendliche in der Kulturfabrik als „weitere Mosaiksteinchen, um die Situation im Zentrum zu entspannen”.

Auch das Glasverbot habe sich bewährt, bilanzierte Ordnungsamtsleiter Karl-Heinz Adels. „Wir haben dieses Mal rigoros durchgegriffen”, berichtete er. Auch seien „Unmengen an Alkohol” bei den Jugendlichen konfisziert worden.
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