Düren - Wegen Unfallgefahr wird Dürens Zollamt im Sommer 2018 umziehen

Wegen Unfallgefahr wird Dürens Zollamt im Sommer 2018 umziehen

Von: Burkhard Giesen
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Rund 20 Lkw werden am Tag unter anderem beim Zollamt in Düren abgefertigt. Die müssen sich nach der Abfertigung durch die Innenstadt quälen. Foto: B. Giesen
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Der kritische Unfallpunkt: Eine gemeinsame Haltelinie kann dazu führen, dass Rechtsabbieger Radler nicht wahrnehmen. Das soll geändert werden. Foto: B. Giesen

Düren. Das Dürener Zollamt wird seinen Standort in der Innenstadt verlassen und in das Gewerbegebiet Nickepütz umsiedeln. „Nach derzeitigem Stand der Planung werden wir im 2. Halbjahr 2018 einen Standort in der Mariaweilerstraße beziehen“, bestätigte auf Anfrage Elke Willsch vom Hauptzollamt in Aachen.

Die Diskussion um einen möglichen Umzug des Zollamtes ist schon mehrere Jahre alt. Eine Verlagerung des Zollamtes hatte zuletzt die Dürener Initiative „Pro Rad“ gefordert. Auslöser waren jeweils Unfälle mit Radfahrern. So war im Mai 2015 ein Radfahrer tödlich verunglückt, als ein Lkw aus der Lagerstraße rechts abbiegen wollte und dabei den Radfahrer übersehen hatte.

Vor zwei Monaten wurde eine Radfahrerin schwer verletzt, als ein Lkw von der Arnoldsweilerstraße auf das Gelände des Zollamtes fahren wollte und dabei die neben ihm fahrende Frau nicht gesehen hatte. Georg Schmitz von der Initiative „Pro Rad Düren“: „An dieser Kreuzung kommt es regelmäßig zu Gefährdungen und Behinderungen. Dabei ist das eine Stelle, die auch durch sehr viele Schülerinnen und Schüler auf dem Weg von und zu den Schulen genutzt wird.“

Von den Pendlern, die über die Lagerstraße den Bahnhof erreichen wollen, ganz zu schweigen. Schmitz: „Es ist reine Glückssache, dass hier nicht schon mehr passiert ist. Gerade mit Blick auf die Verletzungen bei Radfahrern ist es schon sehr markant, wenn an einer Stelle zwei so schwere Unfälle passieren.“

„Ganz gefährlichen Ecke“

Diese Gefahr bewertet man beim Hauptzollamt in Aachen im Übrigen nicht viel anders. Auch Sprecherin Elke Willsch spricht von einer „ganz gefährlichen Ecke“. Dies sei mit ein Grund, warum man den Standort wechseln werde. „Weitere Gründe, die für einen Umzug sprechen sind die bessere Anbindung und Nähe zur Autobahn am neuen Standort und die Barrierefreiheit des Gebäudes.“

Das Zollamt plant, sich in ein bestehendes Gebäude einzumieten, das allerdings noch umgebaut werden muss. Was später mit dem Gebäude am alten Standort passieren wird, ist noch unklar. Elke Willsch: „Das ist dann Aufgabe der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, für das Gebäude eine neue Nutzung zu finden oder es zu veräußern.“

Als die Initiative „Pro Rad“ am Mittwoch zu einem Termin vor Ort eingeladen hatte, war Schmitz noch von einer mittelfristigen Lösung ausgegangen. „Ich freue mich über die Nachricht, dass das Zollamt umziehen wird. Der neue Standort ist eine deutliche Verbesserung, auch wenn ich mir vielleicht eher noch eine Lösung im Gewerbegebiet ‚Im großen Tal‘ gewünscht hätte.“

Auch in einem weiteren Punkt sieht Schmitz Fortschritte. So hatte er am Beispiel des Unfalls vor zwei Monaten unter anderem moniert, dass an der Kreuzung auf der Arnoldsweilerstraße vor dem Zollamt Fahrzeuge und Radfahrer eine gemeinsame Haltelinie haben und kurzfristig eine Aufstellfläche für Radfahrer vor Pkw und Lkw gefordert.

Die soll nach Auskunft von Schmitz nun kommen: „Es hat sich herausgestellt, dass es diese Aufstellfläche ursprünglich sogar gab, aber nach Erdarbeiten in den letzten Monaten die Markierung falsch erneuert wurde. Georg Schmitz: „Das Tiefbauamt der Stadt hat mir zugesagt, dies kurzfristig beheben zu wollen.“

Eigene Fahrradampel

Langfristig will Schmitz an dieser Stelle eine eigene Fahrradampel installiert wissen – so wie es das beispielsweise an der Kreuzung Hohenzollernstraße/Kölnstraße bereits gibt; dort wird Radfahrern noch vor den Autofahrern grünes Licht signalisiert, um so gefahrlos geradeaus in die Schützenstraße fahren zu können.

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