Wegekreuze sind ein Stück Stadtgeschichte

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Das Bonn-Kreuz (Bild) und das Arnoldsweiler Kreuz sind zwei der Wegekreuze, die im Auftrag der Unteren Denkmalbehörde restauriert wurden.

Düren. Sie markieren alte Wegkreuzungen, dokumentieren einheimisches kunst-handwerkliches Können und sind wichtige volkskundliche und religionsgeschichtliche Zeugen im Dürener Stadtbild: Die Wegekreuze, die deshalb auch meist unter Denkmalschutz stehen. Es gehört zu den Aufgaben der Unteren Denkmalbehörde der Stadt, diese Wegekreuze zu erhalten.

So wurden zum Beispiel im vergangenen Jahr das Wegekreuz Arnoldsweiler Weg/Schoellerstraße erneuert und an anderem Standort aufgebaut und das sogenannte „Bonn Kreuz“ an der Ecke Bonner Straße/Ursulinenstraße restauriert.

Das schmiedeeiserne Wegekreuz mit vergoldetem Corpus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das bislang am Arnoldsweiler Weg/Schoellerstraße gestanden hatte, musste einen neuen Standort in diesem Bereich einnehmen, da der ursprüngliche Standort des Kreuzes als Fläche bei der Brückensanierung gebraucht wird. Die Umsetzungskosten wurden vom Landesbetrieb NRW übernommen. Bei der Gelegenheit setzte Metallrestaurator Alexander Justen aus Rheinbach, der in Düren bereits das Wirteltränkenkreuz am Wirteltorplatz restauriert hat, im Auftrag der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Düren das schlanke Kreuz mit dem zierlichen schmiedeeisernen Rankenwerk instand. Korrodierte, gerissene und gebrochene Stellen wurden überarbeitet, der Corpus neu vergoldet.

Ebenfalls saniert wurde im vergangenen Jahr das barocke Wegekreuz aus Sandstein, das in einer nischenartigen Vertiefung der abgeschrägten Hausecke von Bonner Straße/Ursulinenstraße steht, da an der Erhaltung des künstlerisch interessanten sowie kunst-, regional-, und religionsgeschichtlich bedeutenden Bonn Kreuzes ein öffentliches Interesse besteht. Diplom-Restaurator Bruno Piek aus Köln reinigte im Auftrag der Unteren Denkmalbehörde das Kreuz, stellte die Standfestigkeit wieder her, verfugte es neu und nahm eine neue Farbfassung auf Grund der historischen Befunde mit Vergoldung und neuer farblicher Hinterlegung der Schrift vor.

Die Inschrift lautet: „Lernet sehet ob ein Schmerz dem seinigen gleiche“, wobei die hervorgehobenen Buchstaben L-I-C-M-D-I-I-L-I-C als lateinische Zahlenziffern addiert die Jahreszahl 1804 ergeben. Vermutlich hat diese Inschrift an der Vorderseite des Wegkreuzes Pfarrer Aegidius Kohlhaas anbringen lassen, der sich während der französischen Besatzung ebenso wie die Maurermeister Pfeiffer und Cremer und der Zimmermeister Gast geweigert hat, das Kreuz auf Anordnung der Zentralverwaltung entfernen zu lassen. Es sind diese Geschichten aus der Stadtgeschichte, die Dürens Wegkreuze zu solch wertvollen Zeitzeugen machen.

Heike Kussinger-Stankovi von der Unteren Denkmalbehörde kennt die Geschichte eines jeden Wegekreuzes und weiß zu berichten, dass das Bonn-Kreuz ursprünglich weiter westlich an der Bonner Straße auf dem ehemaligen Gelände des 1543 zerstörten Karmelitinnenklosters gestanden hat und vermutlich Ausgangspunkt für Prozessionen zum Muttergotteshäuschen gewesen ist. Sie weist auch auf eine seitlich angebrachte Inschrift hin, die auf den ersten Blick meist nicht gesehen wird und die besagt: „JOANNES BON ET HELENA MAWBACHS P S G W 1700“. Auch im Jahr 2013 wird die Restaurierung von Wegekreuzen kontinuierlich fortgeführt.

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