„WDR 2 für eine Stadt”: Der Traum von 99 Luftballons ist zerplatzt

Von: Stephan Vallata
Letzte Aktualisierung:
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Zeigt her eure Zehen: Im Finale der Aktion „WDR 2 für eine Stadt” mussten 200 Dürener Barfußgänger ihre Gliedmaßen in die „nachgebaute” Rur tunken, um die Stadtaufgabe zu lösen. Das war kein Foto: Vallata

Düren. Die Wahrheit tut manchmal weh. Aber es geht nicht anders: Der Traum von „99 Luftballons für Düren” ist am Dienstag einfach so zerplatzt. Im Finale der Aktion „WDR 2 für eine Stadt” haben Bürger und Bürgermeister neun von 15 Punkten gesammelt.

Das reichte am Ende nicht, um den Gewinn in Form von Konzerten mit Nena, Amy McDonald und Stanfour auf städtischem Boden einzustreichen. 13 Punkte hätten es schon sein müssen, um den bisherigen Spitzenreiter Ochtrupp im Münsterland von Platz eins zu verdrängen.

„Sei´s drum”, mögen sich die vielen Helfer aus der Bürgerschaft gedacht haben. Wenigstens ist Düren von jetzt an „Kulturhauptstadt 2010”. Denn die Stadtaufgabe haben sie im Handumdrehen gelöst. Dazu war allerdings ein gehöriger Kraftakt notwendig: Im Miniaturformat bildeten fleißige Hände unter Federführung des Dürener Service Betriebs die heimische Kulturlandschaft auf dem Rathausvorplatz nach - inklusive dem Verlauf der Rur von der Quelle im belgischen Surbrodt bis zur Mündung im niederländischen Roermond. Dazu gaben Papiermuseum, Leopold-Hoesch-Museum, der Wasserverband Eifel-Rur und Rureifel Tourismus mit Informationsständen einen Einblick in die Kulturmetropole.

Das allein war aber noch nicht genug: Es fehlten noch zweitausend Zehen - ein etwas hinterhältiges Wortspiel, abgeleitet aus der Jahreszahl 2010. Also mussten 200 Zehenträger ihre Füße in den mit 4000 Liter Original-Rurwasser gefluteten Flusslauf tunken. Für die Dürener Bürger gar kein Problem. „Mit Bravour” hätte sie diese Aufgabe gemeistert, war Bürgermeister Paul Larue voll des Lobes, bevor er beim Bürgermeister-Quiz die gesamte Last der Verantwortung während einer Live-Schalte schultern musste: „So etwas gelingt nur, wenn man das mit einem gemeinschaftlich guten Geist macht, wie er in Düren herrscht.”

Was das Volk für seinen Bürgermeister tun könne, wollte Moderator Uwe Schulz im Vorfeld wissen. Die Antwort Larues kam wie aus der Pistole geschossen: „Beten. Wir sind hier ja im katholischen Rheinland.” Doch auch alle Stoßgebete brachten nicht den erhofften Erfolg: Bei vier von zehn Fragen nach dem Schema richtig oder falsch landete der Quizkandidat einen Treffer.

Allerdings gab Schulz gerne zu, dass einige „sehr bösartig” formuliert seien. Der NRW-Express fährt zwar von Gleis drei aus, aber nicht bis Bielefeld, sondern bis Hamm. Der Naturpark Hohes Venn-Eifel ist nicht 2900, sondern 2700 Quadratmeter groß. Das Publikum zeigte sich trotz der verpassten Chance solidarisch mit Paul Larue und bedachte seinen Einsatz mit einem respektablen Applaus.
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