Wasserurnen: Eine neue Form der pflegefreien Bestattung

Von: kin/cro
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Neue Formen der pflegefreien Bestattung: In Düren werden unter anderem Wasserurnen ... Foto: Sandra Kinken
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... und Memory-Steine angeboten. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Der Tod gehört zum Leben dazu“, sagt Jochen de Riese, diese Erfahrung macht er bei seiner täglichen Arbeit. De Riese ist Leiter der Dürener Friedhofsverwaltung und damit zuständig für die 16 kommunalen Friedhöfe in der Stadt. Alle Friedhöfe zusammen sind 555.000 Quadratmeter groß, etwa die Hälfte der Fläche entfällt auf den Friedhof in Düren-Ost.

Knapp 1000 Beisetzungen finden auf den städtischen Friedhöfen jedes Jahr statt, 80 Prozent sind Urnenbestattungen. „Den Trend zur Urnenbestattung“, sagt Jochen de Riese, „beobachten wir schon sehr lange. Neu ist, dass immer mehr Menschen sich pflegefreie Bestattungsformen wünschen. Deren Anteil an allen Beisetzungen liegt schon bei mehr als 30 Prozent.“

Immer häufiger, erklärt der Chef der Friedhofsverwaltung, würden Menschen noch zu Lebzeiten ihre Beerdigung planen und auch samt Bestattungsform die Servicegebühr für anfallende gärtnerische Pflegemaßnahmen für 20 Jahre finanzieren. „Auf diesen Trend müssen wir eingehen und den Menschen Angebote machen.“

Die Möglichkeiten der pflegefreien Bestattung in Düren sind vielfältig, einen Ruhehain wie in Hürtgenwald gibt es allerdings nicht. „Ich bin kein Freund von einem Friedwald“, sagt Jochen de Riese. „Irgendwann sind die Menschen alt und vielleicht auf Hilfsmittel wie einen Rollator angewiesen. Dann können sie den Ruhehain nur noch schwer oder gar nicht mehr erreichen.“ Bei allem Wunsch nach pflegefreien Grabformen, seinen den meisten Angehörigen Trauerrituale schon sehr wichtig. „Fast alle wünschen sich einen Ort, wo sie hingehen können, um Blumen hinzulegen oder eine Kerze anzuzünden.“

Auf den städtischen Begräbnisfeldern werden pflegefreie Gräber für Särge und Urnen angeboten. Im sogenannten „Friedpark“ kann die Asche der Verstorbenen verstreut werden. „Das geht aber nur dann“, erklärt Jochen de Riese, „wenn es dazu eine schriftliche Verfügung des Verstorbenen gibt.“

Urnenstele als Alternative

Ansonsten gibt es die Möglichkeit, sich in einer Urnenstele beisetzen zu lassen, auf der Friedwiese (mit kleiner Steinplatte mit Namen) oder im künstlerisch gestalteten Themengarten (ebenfalls mit Grabstein). Darüber hinaus gibt es Friedgärten mit einem kleinen Grabstein und der Möglichkeit, Laternen aufzustellen. De Riese: „Die Friedgärten sind sehr beliebt. Dafür werden immer neue Flächen ausgewiesen.“

Neu ist in Düren die Möglichkeit, sich in sogenannten „Memory-Steinen“ oder Wasserurnen beisetzen zu lassen. Die Wasserurne, die aus einem Fundament und einem kugelförmigen Aufsatz besteht, bietet in zwei separaten Kammern Platz für die Asche von zwei Menschen. Regenwasser kann in die Urne gelangen und so über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren dafür sorgen, dass die Asche der Erde übergeben wird.

Die Wasserurnen können ebenso individuell beschriftet werden wie die etwa 300 Kilogramm schweren und in drei Farben zur Verfügung stehenden Memory-Steine, die in verschließbaren Kammern Platz für zwei bis vier Urnen bieten. Vorteil von Wasserurnen und Memory-Stein ist, dass sie in kleine Freiflächen integriert werden können, die entstehen, wenn Grabstätten nicht verlängert und eingeebnet werden.

Die Preise für pflegefreie Bestattungsformen sind ganz unterschiedlich. Das Verstreuen der Asche auf dem Friedpark kostet 625 Euro und ist damit am günstigsten – auch weil keine Folgekosten entstehen. Eine Beisetzung in einer Urnenstele kostet 2400 Euro, die im Friedgarten 1500 Euro. Die Memory-Grabstätte ist mit 3700 Euro am teuersten, gefolgt von der Wasserurne (2900 Euro) und einer Beerdigung im Themengarten (3400 Euro). Hinzu kommen jährliche Servicegebühren (für mindestens 20 Jahre) von 120 oder 150 Euro pro Jahr.

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