Waschstraße für Riesenmaschinen in der RWE-Werkstatt

Von: Sarah Maria Berners
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Auch einen Bohrkopf bekam die DZ-Lesergruppe zu Gesicht. Mit diesem Gerät werden die Sümpfungsbrunnen angelegt. „Bis zu 700 Meter graben sich diese Bohrer in die Tiefe, die Bohrung wird dann mit einem Stein-Kleber-Gemisch befestigt, dann können die Pumpen ihre Arbeit aufnehmen“, erklärte Vertriebsleiter Daniel Keller den DZ-Lesern. Foto: Sarah Maria Berners

Düren/Frechen. Es brummt und rauscht, Funken fliegen, gigantische Kräne lassen tonnenschwere Stahlteile von Kohlebaggern und Waggons durch die Luft schweben. Ein Lkw rollt langsam durch die Halle – und das große Gefährt mutet in dem Komplex geradezu winzig an.

Gleich danach wird eine Schaufel durch das Tor gefahren, die problemlos als Garage für einen Kleinwagen dienen könnte.

In der 250 Meter langen und 22 Meter breiten Halle des RWE-Technikzentrums in Frechen passieren so viele Dinge auf einmal, dass die 24 DZ-Leser gar nicht genau wussten, wohin sie zuerst schauen sollten. 400 Arbeiter sind dort mit Wartung, Instandsetzung und Fertigung von Maschinen- und Maschinenteilen beschäftigt, die in den Tagebauen und den Kraftwerken gebraucht werden. Sie arbeiten mit moderner Computertechnik und handwerklichen Fähigkeiten. Hinzu kommen noch 300 Ingenieure, Verwaltungskräfte & Co.

Vertriebsleiter Daniel Keller und Reiner Ripp, der Leiter der Abteilung für die Schienenfahrzeuge, boten der Lesergruppe einen Blick hinter die Kulissen.

„Da werden Kindheitsträume wahr“, kommentierte eine Teilnehmerin, als die Gruppe Diesel- und Elektrolokomotiven aus nächster Nähe bestaunen konnte und sogar auf den Führerstand durfte. „Auf den Bahnstrecken sind die E-Loks im Einsatz, aber wo rangiert wird und keine Oberleitungen sind, fahren wir mit den Dieselloks“, erklärte Daniel Keller. Regelmäßig müssen die Züge gewartet werden – manche Ersatzteile müssen vor Ort gefertigt werden, weil es sie im Handel nicht gibt. Lok Nummer 502 hat den Mitarbeitern im vergangenen Jahr besonders viel Arbeit beschert. „Bei einer Karambolage mit einer anderen Lok ist sie auf die Seite gestürzt“, erzählt Reiner Ripp.

Allein die Bergung des Kolosses gestaltete sich schwierig. Jetzt haben die Mitarbeiter das 140-Tonnen-Gefährt wieder auf Vordermann gebracht und hoffen, dass es bald wieder seinen Dienst auf den Gleisen tun kann. „Die Wartung der Maschinen ist sehr wichtig, um ihre Einsatzdauer zu verlängern“, erklärte Ripp mit Verweis darauf, dass eine neue Lok fünf bis sechs Millionen Euro kostet. Interessante Randnotizen: RWE hat 320 Kilometer Schienennetz, darauf sind 30 E-Loks im Einsatz, 20 davon sind 60 Jahre alt. 175 Lokführer arbeiten auf den Konzernstrecken – darunter ist nur eine Frau.

Bevor viele Maschinenteile aber überhaupt unter die Lupe genommen und bearbeitet werden können, müssen sie durch die „Waschstraße“. Drei Mitarbeiter sind den ganzen Tag alleine damit befasst, die Teile von Fett und Dreck zu reinigen. In einem eigenen Gebäude in der Halle werden die Teile bei Bedarf gestrahlt – und für die abschließenden Arbeiten gibt es auch eine Lackiererei. Gleich nebenan gibt es übrigens noch eine große Halle – auf einem der Gleise ist Siemens derzeit mit der Wartung eines ganzen ICE beschäftigt.

Auch die Räder der Loks und Waggons müssen regelmäßig in die Werkstatt. „Das Profil muss auf beiden Seiten gleichmäßig sein, sonst würde es oben heftig schaukeln wie auf einem Schiff“, unterstrich Keller. Laser ermöglichen eine exakte Arbeit. Und wenn das Material zu sehr abgenutzt ist, bekommen die Räder einen neuen Stahlmantel, der erhitzt wird und sich beim Abkühlen festzieht.

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