Düren - „Was bleibt von Preußen in Düren?“: Begleitband zur Ausstellung

„Was bleibt von Preußen in Düren?“: Begleitband zur Ausstellung

Von: Anne Wildermann
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Was von Preußen bleibt, ist ein Buch (von links): Anne Krings und Bernd Hahne vom Stadtmuseum, Bürgermeister Paul Larue und die Autoren Christel Kreutzer und Karl-Wilhelm Nellessen.

Düren. „Preußen ist mehr als nur Pickelhaube und Defiliermarsch“, betont Bernd Hahne, Vorsitzender vom Dürener Stadtmuseum, und streicht über den neuen Begleitband „Was bleibt von Preußen in Düren?“, der jetzt zu der vergangenen Ausstellung (September 2015 bis Mai 2016) erschienen ist.

Mit einer Erstauflage von 500 Exemplaren enthält das Buch alle Texte, die auch während der Ausstellung ausgehängt waren. „Wer damals nicht ins Stadtmuseum kommen konnte, hat jetzt die Möglichkeit, sich eine Vorstellung zu dem Thema ‚200. Wiederkehr der Einverleibung des Rheinlandes in das Königreich Preußen‘ zu machen“, fasst Mit-Autorin Anne Krings zusammen.

Der Band ist in drei große Kapitel gegliedert. Neben den Texten werden anhand von Fotos und historischen Dokumenten beispielsweise der Besuch des Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV., das Schulwesen und die Lokalpresse im preußischen Düren erläutert.

Wie uneins sich die Stadt und das Königreich waren, beschreibt Karl-Wilhelm Nellessen auf den ersten 70 Seiten. „Letztlich kann ich sagen, dass ich auf die Preußen nicht wirklich gut zu sprechen bin“, gesteht er. Aus diesem Grund hat er für sein Kapitel auch den Untertitel „Ein gespaltenes Verhältnis“ gewählt.

Die ersten Probleme ergaben sich bereits durch die verschiedenen Konfessionen. Die Dürener streng katholisch, die Preußen protestantisch. Vor allem, wenn es zu Mischehen kam. Dem nicht genug: Reichskanzler Otto vom Bismarck (1815-1898) hatte es vor allem auf die Kirche abgesehen, die sich seit Jahrhunderten um die Schulbildung kümmerte.

Im März 1872 war Schluss damit. Ab sofort hatte der Staat die Aufsicht. „Es wird deutlich, wie ein Patriarchat auf das Rheinland trifft, das durch die französischen Prinzipien ‚Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit‘ geprägt war“, sagt Nellessen.

Mit Ende des Ersten Weltkrieges war die Preußen-Begeisterung dann schließlich vorbei. „Aber was bleibt letztlich von Preußen in Düren?“, fragt Hahne in die Runde. „Definitiv ein schönes Buch“, kontert Christel Kreutzer, die sich im letzten Kapitel mit der evangelischen Auferstehungskirche befasst hat.

Der Begleitband kostet 19 Euro und ist im Stadtmuseum und in Buchhandlungen erhältlich.

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