Was bedeuten Weihnachten und Silvester für Jugendliche?

Von: kin
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Enes Erdogan (2. von rechts) ist Muslim, für ihn ist Weihnachten kein Thema. Seine drei Klassenkameradinnen Lea Nork, Sofie Stärk und Katrin Türk (von links) freuen sich dagegen schon sehr auf die Feiertage. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Als sie gefragt wurde, ob Weihnachten für sie ein besonderes Fest ist, muss Lea Nork nicht lange überlegen. Die 16-Jährige besucht die zehnte Klasse der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Düren und liebt Weihnachten. „Weihnachten“, erzählt die Schülerin, „wird bei uns mit der ganzen Familie gefeiert. An Heiligabend sind wir 15 Leute und treffen uns alle bei der Oma. Wir essen Braten und singen Lieder. Es ist einfach schön.“

So ähnlich wie Lea sieht das auch ihre Mitschülerin Katrin Türk. „Ich mag den Advent und Weihnachten auch sehr“, sagt Katrin. „Ich habe auch mein Zimmer mit Watte als Schnee auf der Fensterbank, einem kleinen Weihnachtsbaum und einer Lichterkette dekoriert.“ Morgen feiert Katrin mit ihrer Schwester und den Eltern, am 1. Weihnachtstag wird mit der restlichen Familie gefeiert. „Heiligabend frühstücken wir zusammen, abends gehen wir in die Kirche und essen anschließend meistens Nudelsalat und Würstchen, damit meine Mutter nicht so viel Arbeit hat.“ Der Kirchgang am 24. Dezember gehört für Katrin unbedingt dazu. „Weihnachten ist viel mehr als nur Hektik, Stress und Geschenke. Für mich wird das besonders während des Gottesdienstes deutlich. Außerdem ist es Tradition, dass wir an Weihnachten in die Kirche gehen. Ohne Gottesdienst würde mir etwas fehlen.“

Sofie Stärk, die in die gleiche Klasse geht wie Lea und Katrin, steht dem Weihnachtsfest mit etwas gemischten Gefühlen gegenüber. „Meine Eltern sind seit vielen Jahren getrennt“, erzählt die 16-Jährige. „Und auch, wenn ich mich eigentlich längst daran gewöhnt habe, ist es an Weihnachten doch immer ein bisschen ein komisches Gefühl. Vielleicht auch deshalb, weil ich mich immer aufteilen muss. Trotzdem finde ich es schön, Weihnachten viele Familienmitglieder zu treffen.“ Aber nicht nur Weihnachten, auch Silvester ist für die jungen Leute ein wichtiger Tag.

„Wir feiern als Muslime zwar kein Weihachten“, sagt Enes Erdogan (16). „Aber Silvester natürlich schon.“ Enes will in diesem Jahr mit seiner Familie zu Hause feiern, genau wie Sofie und Katrin auch. „Wir schreiben im Frühjahr unsere Abschlussprüfungen nach der zehnten Klasse“, sagt Enes. „Und ich will möglichst gute Noten haben. Deswegen möchte ich in den Weihnachtsferien viel lernen und weniger feiern.“

Für Lea ist es das erste Silvester, das sie mit Freunden verbringt. „Für meine Eltern ist das bestimmt komisch, dass ich nicht da bin“, sagt die Schülerin. „Aber ich freue mich sehr auf den Abend mit meinen Freunden.“

Sofie, ihre Mutter und ihre Schwester machen an Silvester Raclette und gucken anschließend ein bisschen Fernsehen. „Für uns ist das ein ganz gemütlicher Abend“, sagt Sofie. Die Drei fassen auch Vorsätze für das neue Jahr. „Wir schreiben unsere Vorsätze auf, die Zettel werden gefaltet und an Silvester vorgelesen.“ Im vergangenen Jahr, ergänzt das Mädchen, habe sie sich vorgenommen, sich weniger mit ihrer Mutter zu streiten.

Gute Vorsätze für 2017 haben Lea, Katrin und Enes auch. „Ich finde es wichtig, dass wir als Familie mehr miteinander reden“, sagt Enes. „Das möchte ich versuchen.“ Lea und Katrin haben mit Neujahrsvorsätzen keine wirklich guten Erfahrungen gemacht. „Dieses Jahr habe ich noch keinen Vorsatz gefasst“, sagt Lea. „Weil es mir meistens eben doch nicht gelingt, sie einzuhalten. Aber mal sehen: Vielleicht ändere ich bis Silvester meine Meinung ja auch noch.“

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