Warten in der Kälte auf Gleis 23

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
6692274.jpg
Fahrgäste, die vom Dürener Bahnhof nach Jülich reisen wollen, müssen derzeit auf einem Bahnsteig warten, der nicht überdacht ist (unser Bild). Das soll sich im Sommer 2014 ändern. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Wer als Kunde der Rurtalbahn zwischen Düren und Jülich pendelt, der muss sich seit Jahren speziell im Winter warm anziehen und Wind und Wetter trotzen können. Fuhr der Zug aus Jülich früher bequem auf Gleis 22 direkt am Bahnhofgebäude unter dem Vordach ein, müssen sich die Fahrgäste seit langem schon in der Wildnis von Gleis 23 unter freiem Himmel versammeln. Das könnte im Sommer nun endlich ein Ende haben.

Seit Jahren verhandelt die Rurtalbahn mit der Deutschen Bahn über die Übertragung des Geländes. „Wir wollen noch in 2014 den Nordteil des Bahnhofs übernehmen“, erläutert Rurtalbahn-Geschäftsführer Achim Schmitz. „Die grundsätzliche Einigung mit der Deutschen Bahn liegt uns vor.“

Bis zur Umsetzung wird es aber wohl noch bis zum Sommer dauern. Um vor Jahren die S-Bahn-Strecke nach Köln zu realisieren, hat es für den nördlichen Bereich des Bahnhofs entsprechende Planauflagen gegeben. Diese Auflagen müssen jetzt teilweise geändert werden. Achim Schmitz: „Wir brauchen eine saubere Trennung zwischen Hauptbahn und Nebenstrecke. Dazu müssen wir ein Konzept für die Planänderung erstellen, damit es an den Schnittstellen künftig nicht zu Problemen kommt.“

Schmitz schätzt, dass man dazu noch ein halbes Jahr Zeit benötigen wird. Im Sommer oder Herbst könnte die Übertragung des Streckenabschnittes dann erfolgen. Erworben wird das Gelände gemeinsam von der Beteiligungsgesellschaft des Kreises und der Rurtalbahn – für eine siebenstellige Summe. Der große Vorteil aus Sicht der Dürener Rurtalbahn: „Wir können dann die Federführung für unsere eigene Strecke übernehmen und sind nicht mehr auf die Bundesbahn angewiesen.“ Positiver Nebeneffekt für die Fahrgäste die nach Jülich wollen oder von dort nach Düren kommen: die Züge dürften wieder näher am Bahnhofsgebäude einfahren und die Rurtalbahn könnte dann auch auf eigenem Grund wieder für einen Wetterschutz ihrer Fahrgäste sorgen.

Wie kompliziert das Verhältnis zwischen Bahn und Rurtalbahn in diesem Netzabschnitt ist, macht Schmitz anhand eines simplen Beispiels deutlich: „Wenn im Winter zum Beispiel eine Weiche zufrieren würde, dürfen wir da nicht dran, weil die Weiche der Bahn gehört.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert