Birkesdorf - Warnstreik: 450 Metaller legen für drei Stunden die Arbeit nieder

Warnstreik: 450 Metaller legen für drei Stunden die Arbeit nieder

Von: sj
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Die IG Metall hatte zum „Warnstreikfrühstück“ eingeladen. Die Forderungen der Gewerkschaft umriss Paul Zimmermann (links). Foto: Johnen

Birkesdorf. Als „völlig unnötig“ hatte Dr. Stephan Kufferath, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung, den Warnstreik-Aufruf der IG Metall kommentiert. Paul Zimmermann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, und Gewerkschaftssekretär Volker Kohlisch sahen das am Mittwoch beim „Warnstreikfrühstück“ in der Birkesdorfer Festhalle etwas anders.

Sie waren mit dieser Einschätzung nicht allein: Etwa 300 Gewerkschafter hatten sich von 6 bis 9 Uhr an der Kundgebung beteiligt, 450 Arbeitnehmer hatten in neun Betrieben die Arbeit drei Stunden lang niedergelegt.

„Wir haben bei einem Angebot von 2,2 Prozent mehr Lohn nicht direkt gejubelt und den Kugelschreiber gezückt“, ging Volker Kohlisch augenzwinkernd auf das im Raum stehende Angebot der Arbeitgeberseite ein. Zum einen, weil die IG Metall im Rahmen der Tarifverhandlungen eine Tariferhöhung von 5,5 Prozent fordert. Zum anderen, „weil es nicht nur um eine Erhöhung des Entgelts, sondern auch um qualitative Forderungen geht“, betonte Kohlisch. „Genug der Worte, jetzt wird gestreikt“, bilanzierte er.

„Es ist Zeit, die Provokationen zu beenden“, sagte Paul Zimmermann. Zentrale Forderungen der IG Metall seien neben 5,5 Prozent mehr Lohn und Ausbildungsvergütung auch eine bessere Altersteilzeit und eine tarifliche Bildungsteilzeit. „Wenn die Arbeitgeber die Altersteilzeit nur als Problemlösung für diejenigen ansehen, die nicht mehr können, ist das eine Provokation“, forderte Zimmermann eine klare Neuregelung des „geregelten Ausstiegs aus dem Arbeitsleben“. Dem „berechtigten Anliegen“ der Arbeitnehmer müsse Rechnung getragen werden.

Mit einer tariflichen Bildungszeit soll sichergestellt werden, dass alle Arbeitnehmer ausreichend Möglichkeiten haben, sich fortzubilden. „Die Ansprüche und Anforderungen steigen immer weiter“, betonte Zimmermann. „Die Beschäftigten sind bereit sich zu engagieren. Dieses Engagement für Weiterbildung sollte gefördert und belohnt werden“, findet Zimmermann. „Die Arbeitgeber sprechen von acht Milliarden Euro für die Qualifizierung. Darunter sind bereits vier Milliarden für die Erstausbildung vorgesehen.“ Er fordert mehr Einsatz der Arbeitgeber für Weiterbildung.

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