War Siegfried, der Drachentöter, Schmied in der Eifel?

Letzte Aktualisierung:

Heimbach. Ist Siegfried, der Held der Nibelungensage, ein Schmied, der in der Eifel seiner Profession nachging? Sagenforscher Karl Mebold geht schon seit Jahren dieser Frage nach und ist sicher: „Der sogenannte Nibelungenschatz, das sind die Bodenschätze, vor allem die Metall-Erze der Eifel zwischen Maas und Rhein.“

In Zusammenarbeit mit dem Heimbacher Geschichtsverein und den „Jungen Alten“ lud Mebold zu einem Vortrag ins Wasser-Info-Zentrum ein und verblüffte die zahlreichen Zuhörer mit interessanten Thesen: Ihm zufolge gibt es den heiß umkämpften Nibelungenhort nicht, sondern er steht als Sprachbild für tief in der Erde versteckte Bodenschätze. „Im Kern geht es um Berichte über die frühe Stahl-Herstellung“, ist sich Mebold sicher.

Er stützt sich mit seiner These auf die Erkenntnis, dass die Eifel als Römische Erzprovinz gilt. Schon vor Christus seien „Eisenherren“ bekannt gewesen, es habe Schmelzöfen und Eisengruben gegeben. Auch das bereits in der Antike vorhandene Fernwegekreuz spreche dafür, dass Erze abgebaut und transportiert werden konnten.

„Vielleicht können uns Sagen den Arbeitsalltag der Menschen in früheren Zeiten erhellen“, sagt Mebold. „Allerdings müssen wir sie entziffern, ihre Informationen aufspüren.“ Eine schwierige Aufgabe, denn es sei möglich, dass die Texte falsch überliefert worden seien. Wenn etwa in der Sage von „reiten“ die Rede sei, heiße das nicht unbedingt, dass der Held hoch zu Ross durch die Lande zog. „Eisenschmelzen“ bedeute vielmehr in der Sprache der Hüttenleute „reiten“, „reiden“ oder „reuthen“.

Um diese Sprachforschung zu verdeutlichen, las Ulrike Schwieren-Höger ergänzend zu Mebolds Vortrag Passagen aus der Ur-Sage und zeigte die Mehrdeutigkeit vieler Bilder auf.

Skeptisch, aber überaus interessiert, folgten die Zuhörer den Ausführungen. Schließlich ließ Mebold offen, ob die Siegfried-Sage sogar im Kermeter angesiedelt werden könne: „Fest steht, dass die Gegebenheiten in der nahen Umgebung ideal sind, denn überall lassen sich Spuren früher Erzgewinnung finden. Aber zu behaupten, die Sage habe hier gespielt, wäre reine Spekulation“, sagt der Sagenforscher.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert