Wandern zu Rekordmühle und Kapellchen

Von: Gudrun Klinkhammer
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Nahe der Wassermühle Embken liegt ein jüdischer Friedhof. Foto: gkli

Embken. Das Quellgebiet des Neffelbachs ist verzweigt. Zum Hauptbachlauf in der Nähe des Baadewaldes gibt es mehrere Zuläufe, einige führen seit Jahren allerdings kaum noch Wasser – interessant ist das Gebiet für Wanderer und Naturliebhaber dennoch.

Die Familie Schwinges zum Beispiel betreibt seit Jahrzehnten die Wassermühle Embken. Diese Mühle besitzt mit acht Metern Durchmesser das größte Mühlrad der Region, sie wird rein privat genutzt. In den vergangenen Jahren wurde die Technik aufgearbeitet. Die Mühle ist eine Getreidemühle, und darüber hinaus wird mit Wasserkraft Strom erzeugt.

Dem Wanderer erschließt sich von einem öffentlichen Weg aus ein freier Blick auf das riesige Mühlrad, das aus einem sogenannten Triebwerksgraben gespeist wird. Wasser wird für diesen Zweck aus dem Neffelbach heraus in einen Graben umgeleitet. Dieser führt auf das Mühlrad zu und speist es von oben herab mit dem Wasser. Anschließend landet es wieder im Neffelbach.

Einer der Wanderwege durch das obere Neffelbachtal, noch bis vor wenigen Tagen als „Wassermühlenweg 4 a“ ausgezeichnet, führt am Bach und damit an weiteren Mühlen entlang. Wie Wolfgang Müller, zuständiger Wegewart des Eifelvereins auf Anfrage berichtete, wurde der Wassermühlenweg 4 a im Zuge der Qualitätsoffensive aufgegeben und abgeschildert.

Die Pflege diverser Wege gibt der Eifelverein derzeit auf, stattdessen wird die Kraft der Ehrenamtler gebündelt. Im Bereich Nideggen wird aus dem Joseph-Schramm-Weg nun der Felsenweg, um den sich die fleißigen Wanderfreunde, die wie andere Vereine ebenfalls Nachwuchsprobleme haben, kümmern werden. Erwähnenswert in der Nähe der Wassermühle Embken ist noch der Jüdische Friedhof mit schönem Blick auf Embken und den alten Bahnhof.

Weitere quellaufwärts steht unter anderem die Rentmühle, in der ein Betrieb untergebracht ist. Die Rentmühle ist seit 1458 im Besitz der Familie Reuter; sie existiert mindestens seit 1100. Bis 1935 besaß sie ein Wasserrad, das einen Durchmesser von 9,34 Metern hatte. Dann wurde die Getreidemühle umgebaut, seit 1935 wird sie mit einer Turbine betrieben. Gutachten besagen, dass es eventuell schon ab der Römerzeit Mühlen am Neffelbach gegeben hat.

Weiter bachaufwärts folgt die Gödersheimer Ölmühle, die ebenso rein privat genutzt wird wie die Gödersheimer Getreidemühle im selben Mühlenkomplex. Etwas weiter nordwestlich des Neffelbachs bei Embken liegen die sanft geschwungenen Hügel und Täler der Muschelkalkkuppen. Die Kalkmagerrasen sind schon von weitem an der graubraunen Färbung zu erkennen. Auf ihnen wachsen unter Naturschutz stehende Pflanzen wie diverse Veilchen-Arten, Küchenschellen und Orchideen.

Noch ein interessanter Anlaufpunkt in diesem Gebiet ist das Antoniuskapellchen. Die Kapelle besitzt eine außen hängende Glocke, die per Seilzug von jedem geläutet werden kann. Heinz Bücker vom Heimat- und Geschichtsverein Nideggen berichtet, dass an dieser Stelle zum Tode verurteilte Personen früher zum letzten Mal beteten, bevor sie an den Galgen kamen, der etwas höher am Berg aufgestellt war. Heute steht an der Stelle des Galgens ein christliches Kreuz. Im Internet werden Touren durch das Gebiet beschrieben.

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