Wajdi Mouawads „Verbrennungen” im Haus der Stadt

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Kristine Walter ist eine der Darstellerinnen in „Verbrennungen”.

Düren. Selten hat ein neues Schauspiel in den vergangenen Jahren so aufgewühlt wie „Verbrennungen”. Die (Familien-) Geschichte entwickelt sich in ihrer Wucht wie die großen griechischen Tragödien, ist dabei aber hochgradig aktuell.

Aufgeführt wird das Stück in 39 Szenen von Wajdi Mouawad am nächsten Samstag, 28. Februar, um 20 Uhr im Haus der Stadt. Mit von der Partie sind unter anderen Kristine Walter, Astrid Gorvin, Carsten Klemm, Katja Herrmann, Ulf Schmitt, Cornelia Dörr und Ulrich Westermann.

Als sie mit 60 Jahren in einer ungenannten westlichen Stadt stirbt, hinterlässt die Libanesin Nawal Marwan ein Geheimnis umwittertes Testament. Ihr Freund, der Anwalt Hermile Lebel, der mit der Testamentsvollstreckung beauftragt ist, übergibt ihren Kindern, den 22-jährigen Zwillingen Jeanne und Simon - sie Mathematik-Dozentin, er Amateurboxer - jeweils einen Brief, den diese ihrem Vater und ihrem Bruder überbringen sollen. Von der Existenz eines Bruders wussten beide bisher nichts, und ihren Vater hielten sie für tot.

Widerwillig

Nach längerem Zögern begeben sich beide widerwillig ins vom Bürgerkrieg zerstörte Geburtsland der Mutter, um Vater und Bruder zu suchen. Dabei klärt sich das von ihrer Mutter sorgsam gehütete, ungeheuerliche Geheimnis ihrer Herkunft...

Wozu Worte fähig sind, zeigt die eindrucksvolle Sprachgewalt Wajdi Mouawads: Durch die Kombination von orientalischer Poesie und Bildern, die sich im Gedächtnis festhaken, baut der Autor im Text ungeheure Spannung auf.

Die Geschichte einer Frau, die, bevor sie in den Westen floh, über viele Jahre die Gewalt im Nahen Osten erlebt hat. Dabei überschneidet er raffiniert die Spurensuche der Kinder mit dem in Rückblenden erzählten Leben der Mutter, die als 14-Jährige einen „Feind” liebte.

Wajdi Mouawad, 1968 im Südlibanon geboren, arbeitet heute in Kanada und in Frankreich als Regisseur, Dramatiker und künstlerischer Leiter. Er ist designierter „artiste associé” des „Festival d´Avignon 2009”, aber mittlerweile auch in Deutschland immer präsenter. Sein Erfolgsstück „Verbrennungen” ist derzeit auf einem richtigen Zug über deutsche Bühnen.

Eintrittskarten zum Preis von 14, 17 oder 19,50 Euro gibt es ab sofort an der Theaterkasse im Haus der Stadt (02421/25-1317, Fax: 02421/25-1375, E-Mail: theaterkasse@dueren.de und im Bürgerbüro, Markt 2 in Düren (02421/25-2004).
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