Wagentreck lässt Geschichte lebendig werden

Von: Jörg Abels
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Erinnerung an die Besiedlung des Flämings: Zur Zeit lassen die Organisatoren originalgetreue Planwagen nachbauen, die am 14. und 15. Mai auch durch den Kreis Düren ziehen. Foto: Marietta Grade

Hambach. Die Umsiedlung ganzer Orte ist im rheinischen Braunkohlerevier nichts ungewöhnliches. Das wissen auch die Kinder der Katholischen Grundschule (KGS) in Hambach im Schatten der Sophienhöhe aus Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern.

Lich-Steinstraß, Inden, Altdorf und aktuell Pier sind nur einige Beispiele aus der direkten Nachbarschaft. „Umsiedlungen aber gab es auch schon früher, beispielsweise im 12. Jahrhundert”, erklärt Schulleiter Bernd Lück dieser Tage den Jungs und Mädchen. Vor genau 850 Jahren verfügte der Erzbischof von Magdeburg die Gründung zweier Kolonien an der mittleren Elbe. Mit Planwagen, gezogen von starken Kaltblutpferden, machten sich angeworbene Siedler aus dem Raum Brügge in Flandern auf den 1200 Kilometer langen Weg.

Dass Schulleiter Bernd Lück im Unterricht dieses doch eher ungewöhnliche Geschichtsthema behandelt, hat seinen Grund. Den Hambacher Grundschülern - und nicht nur ihnen - bietet sich im Mai die einmalige Gelegenheit, ein Stück auf den Spuren der umsiedelnden Flamen zu wandeln. Aus Anlass des Jubiläums erinnert der Kaltblut Zucht- und Sportverein aus dem brandenburgischen Brück, in dem auch Pferdeliebhaber Lück Mitglied ist, mit einem historischen Wagentreck unter dem Motto „Titanen on Tour” an die Besiedlung des so genannten Flämings.

Los geht´s am 2. Mai im belgischen Brügge. Auf den Spuren der historischen Wanderung erreicht der Tross der originalgetreu nachgebauten Planwagen am 13. Mai die Aachener Soers, ehe Bernd Lück den Treck tags drauf an der Kreisgrenze in Empfang nimmt und vorbei am Tagebau Inden nach Krauthausen führt. Am Morgen des 15. Mai, erklärt Bernd Lück, ist ein Frühstück auf Burg Obbendorf in Hambach geplant, ehe sich die „Siedler” durch das Vorfeld des Tagebaus Hambach auf in Richtung Erftkreis machen, vorbei an den Orten Morschenich und Manheim, die ihrerseits kurz vor der Umsiedlung stehen.

„Unsere Kinder werden die Siedler ein Stück ihres Weges begleiten”, berichtet Lück von den bereits laufenden Vorbereitungen. In den nächsten Wochen werden mit Unterstützung der Schulpflegschaft und des Fördervereins der Schule Kostüme genäht.

Neben dem Wagentreck als historischem Ereignis steht auch die Geschichte der Pferdezucht im Mittelpunkt, erklärt Lück. „Hengste verschiedenster Zuchtrichtungen werden den Treck mit den rund 30 Kaltblutpferden begleiten.” Der Grundschulleiter freut sich, dass Landrat Wolfgang Spelthahn die Schirmherrschaft für die Passage im Kreis Düren übernommen hat. „Das ganze Projekt wird auch von einem Fernsehteam des Rundfunks Berlin-Brandenburg begleitet.”
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