Wagen der Ex-Lebensgefährtin am helllichten Tag „abgefackelt“?

Von: hp
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Ein 52-jähriger Mann muss sich vor dem Dürener Schöffengericht wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung verantworten. Symbolbild: dpa

Nörvenich/Düren. Noch sucht das Dürener Schöffengericht Antworten auf ein paar brennende Fragen. Dabei ist das Wort „brennend“ in doppelter Hinsicht von Bedeutung, denn am 9. September 2015 wurde in einem Dorf der Gemeinde Nörvenich am helllichten Tag infolge von Brandstiftung ein Mittelklassewagen zerstört. Das ist unstrittig.

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Verena Neft hat am ersten Verhandlungstag in mehr als siebenstündiger Sitzung und mithilfe von sieben Zeugen – sechs bis acht weitere Zeugen sollen bei der Fortsetzung vernommen werden – erstes Licht ins Dunkel gebracht.

Für die Staatsanwaltschaft steht ein 52-Jähriger aus Dortmund im Fokus. Er ist wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung angeklagt und saß von September bis Ende Dezember vergangenen Jahres deswegen knapp 16 Wochen in Untersuchungshaft. Die Anklagebehörde war nach ihren Ermittlungen zu der Überzeugung gekommen, dass der Mann auf diese Weise auf einen Streit mit seiner damaligen Lebensgefährtin, mit der er zwei Kinder hat, allzu heftig reagiert hat. Vor Gericht hieß es, dass der Angeklagte, der mit einer Frau im Ruhrgebiet verheiratet ist, das Auto vermutlich mit Ersparnissen seiner Ehefrau gekauft und der damaligen zehn Jahr jüngeren Lebensgefährtin zur Verfügung gestellt hat, damit die und ihre Kinder mobil seien.

Nachdem die 42-Jährige ihrem Freund den Laufpass gegeben hatte und ihm zudem den Kontakt zu seinen Kindern verweigerte, habe er das Auto auf jeden Fall zurückhaben wollen. Das schien jedoch schwierig, weil damit ein Teil der Unterhaltsansprüche für die Kinder verrechnet werden sollte. Offen ist zunächst deshalb auch die Frage, wer damals Eigentümer des Autos war.

Wegen „häuslicher Gewalt“ und mehrfacher Drohungen hatte die Ex-Lebensgefährtin zwischenzeitlich sogar gerichtlich ein Kontaktverbot durchgesetzt. Der Angeklagte schilderte vor Gericht, er habe an jenem Septembertag in Köln einen unbekannten Punker angeheuert, mit ihm nach Nörvenich zu fahren, um den Standort des Pkw zu erkunden und abzuklären, ob das Fahrzeug problemlos auf einen Anhänger zu verladen sei. Er habe bereits einen Kaufinteressenten gehabt.

Dieser Punker habe jedoch gegen jede Absprache mit einem Stein die Scheibe des Autos eingeschlagen, einen Kanister Sprit auf Sitzen und Fahrzeugboden verschüttet und angezündet. Damit der Punker wegen seines auffälligen Äußeren im Dorf nicht direkt auffiel, will der Angeklagte ihm nach eigenem Bekunden seine Schuhe, ein T-Shirt, eine Windjacke und vermutlich auch Handschuhe zum Überziehen gegeben haben.

Der Mittelklassewagen wurde ein Raub der Flammen und am Wohnhaus entstand an Fenstern und Styropor-Isolierung über 10.000 Euro Schaden. Der Prozess wird am Dienstag, 10. Mai, um 9.30 Uhr im Sitzungssaal 1.07 fortgesetzt.

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