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Waffen manipuliert: Ein Jahr auf Bewährung

Von: hp
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Niederzier/Düren. Eigentlich wollte ein 78 Jahre alter, ehemaliger Lkw-Fahrer, aus Niederzier nur seine bescheidene Rente ein wenig aufbessern.

Da er ein Leben lang gerne tüftelte und zudem als Volkspolizist der ehemaligen DDR die Technik von Schusswaffen recht gut kennengelernt hatte, dachte er sich offensichtlich auch nicht viel Böses dabei, als ein Mann aus der Gemeinde Merzenich von ihm im Sommer 2012 einige Waffen „bearbeitet“ haben wollte.

Dennoch hätte er stutzig werden müssen, als sein Auftraggeber, der mittlerweile wegen unerlaubten Handels mit Schusswaffen zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden ist, das Wegfräsen der Seriennummern in Auftrag gab. Vor dem Dürener Schöffengericht gab der Senior zu, sich gewundert zu haben, da ein Revolver oder eine Pistole ohne dieses Kennzeichen „eigentlich unverkäuflich“ und wertlos sei.

Andererseits habe er für die Erledigung jeweils 50 Euro erhalten. Zunächst habe er sich keine großen Gedanken gemacht, da der Auftraggeber alles Mögliche an Waffen gesammelt habe. In dem Haus in Merzenich sei sogar eine Panzerfaust gewesen. Erst langsam sei er dahinter gekommen, „dass da etwas nicht stimmt“.

Mehrmals habe er in Merzenich einen Revolver oder eine Pistole abgeholt, um die Waffen in seiner auch mit Maschinen recht gut ausgestatteten Kellerwerkstatt in Niederzier zu manipulieren, das heißt, die Erkennungszeichen zu entfernen. Als er die beiden letzten Waffen zurückbringen wollte, habe er erfahren, dass sein Auftraggeber kurz zuvor festgenommen worden sei. Auch bei ihm in Niederzier habe es später eine polizeiliche Hausdurchsuchung gegeben. Dabei protestierte der Senior gegen Begriff „Waffenwerkstatt“ in der Anklageschrift. Sein Hobby sei es vielmehr, alte Fahrzeuge zu restaurieren.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Peter Lüttgen verurteilte den 78-Jährigen wegen Beihilfe zum Handel mit Schusswaffen sowie wegen Urkundenunterdrückung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Der Angeklagte hätte wissen müssen, dass gerade der unerlaubte Handel mit Waffen erhebliche Folge habe kann. Im Übrigen sei das Gericht aber davon überzeugt, dass der Prozess für den 78-Jährige eine Lehre sei und er wahrscheinlich nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt geraten werde.

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