Düren - Wände und Türen weichen dem neuen MRT

Wände und Türen weichen dem neuen MRT

Von: Sarah Maria Berners
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Fünf Tonnen und viel Geld bau
Fünf Tonnen und viel Geld baumeln in der Luft: Gestern hat das Dürener Krankenhaus einen neuen Magnetresonanztomographen bekommen. Foto: Berners

Düren. Es ist Millimeterarbeit, die die Fachleute der Dortmunder Transportfirma für medizinische Geräte leisten müssen. Tonnenschwere Millimeterarbeit. Während sie mit Hilfe eines Krans draußen die recht unscheinbare, gut verpackte Apparatur vorsichtig auf Metallplatten absetzen, bauen Handwerker im Inneren des Krankenhauses noch einige Türanlagen aus.

Sogar Wände mussten weichen, denn der neue Magnetresonanztomograph (MRT), den das Dürener Krankenhaus am Donnerstag aus Eindhoven bekommen hat, braucht Platz.

Zentimeter für Zentimeter bewegen die Fachleute den fünf Tonnen schweren MRT durch den Flur und das Foyer des Dürener Krankenhauses. Keine 50 Meter muss der Apparat bis zu seinem Bestimmungsort zurücklegen. Und doch dauert es Stunden. Metallplatten und eine Holzunterkonstruktion sorgen dafür, dass die fünf Tonnen Gewicht gleichmäßig verteilt werden.

Damit das alte und das neue Gerät durch die Flure gebracht werden können, musste die Statik unter die Lupe genommen werden. Auf 70 Seiten ist genau festgelegt, wie der Transport zu erfolgen hat, damit der Boden des Erdgeschosses, die Kellerdecke, das Gewicht auch tragen kann. „Rund 1,5 Millionen Euro kostet das neue Gerät samt Umbauarbeiten”, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Gereon Blum. Mithilfe eines MRT, auch Kernspintomograph genannt, können die Mediziner zum Beispiel krankhafte Veränderungen der Organe erkennen. Technisch werden diese Geräte permanent weiterentwickelt.

Im September hat es schon einmal einen aufsehenerregenden MRT-Transport in der radiologischen und nuklearmedizinischen Praxis in der Kreuzstraße gegeben. Dort wurden sogar neue Schwerlastträger eingezogen und eine Hauswand aufgebrochen, bevor das neue Gerät geliefert wurde.

Vor zwei Wochen dann ist der alte MRT im Krankenhaus abgebaut worden. Er war ein wenig größer als der neue, zwischen die Wände und den Apparat passten keine zwei Finger.

Auf Zentimeter kommt es auch für viele Patienten an. Das neue Gerät hat eine Öffnung von 70 Zentimetern, die des alten Gerätes maß etwa 50. „Für Menschen mit Angst vor engen Räumen ist das ein Gewinn”, sagt Radiologie-Chef, Professor Andreas Kopp. Schließlich dauert die Untersuchung bis zu einer halben Stunde.

Beim Transport eines MRT sind nicht nur belastbare „Möbelrollen”, sondern auch Fingerspitzengefühl gefragt: In dem Gerät befindet sich flüssiges Helium, 268 Grad Celsius kalt. Das ist für die Funktion des MRT unabdingbar. Die Kälte macht den Kupferdraht in der Spule supraleitend und erzeugt damit das Magnetfeld. Würde das Helium ausläufen, gäbe es in der Roonstraße Schnee im Mai.

„Der neue MRT arbeitet volldigital, dadurch haben wir trotz des größeren Durchmessers eine bessere Bildqualität”, erklärt Kopp. Und weil die Öffnung so viel größer ist, könne man beispielsweise auch MRT-geführte Punktierungen in der Röhre vornehmen. Ein kompatibles Narkosegerät ist ebenfalls vorhanden.

„Wir freuen uns, so frühzeitig die Entwicklung einer neuen Generation von MRT zu begleiten”, sagt Kopp. Nach Angaben des Krankenhauses handelt es sich um einen der modernsten MRT weltweit. Mit dem eigentlichen Röhre wurden viele weitere große Holzkisten geliefert, in denen Computer und jegliches andere Zubehör enthalten ist. Drei Wochen wird der Aufbau des Gerätes dauern.

So lange werden die Patienten in die Praxis Kreuzstraße gebracht. Zehn Jahre hatte die Praxis einen zusätzlichen Standort im Krankenhaus. Diesen hat sie nun verlassen. Dir MRT-Untersuchungen wird das Krankenhaus von nun an selbst machen, in anderen Bereichen werden die Einrichtungen nach Angaben des Krankenhauses aber weiter miteinander kooperieren.
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