Vortrag über die Zukunft der Forensik

Von: Christoph Hahn
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Oberarzt Dr. Dieter Seifert, Uniklinik Duisburg-Essen, sprach auf Einladung des Forensik-Beirates in der Dürener Stadtbücherei über die Zukunft der forensischen Therapie. Foto: Christoph Hahn

Düren. Dieter Seiferts Geschäft ist schwierig. Denn mit der Forensik, der Wissenschaft von der psychiatrischen Behandlung seelisch kranker Rechtsbrecher, lässt sich wenig Ruhm und keine Popularität ernten.

Trotzdem versteht sich der Mediziner und Privatdozent, der als Oberarzt für diese Fachrichtung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen arbeitet, auf die Kunst, sein Gebiet auch dem Laien verständlich darzustellen. Dies erwies sich jetzt bei einem Gastspiel in Düren, das Seifert auf Einladung des Forensik-Beirats der Landesklinik in der Stadtbücherei gab.

Herzlich willkommen vom Beiratsvorsitzenden, Bürgermeister Paul Larue, und Bibliothekar Dr. Horst Wallraff, berichtete der Experte über viele neue Facetten und Erkenntnisse auf seinem Gebiet. Rasch ergab sich, dass die Arbeit der Forensiker eindeutig zunimmt: „Die Kliniken werden immer voller”, stellte Seifert unmissverständlich fest. Bei vielen mehr oder minder zwangsweise eingewiesenen Tätern liegen gleich mehrere Probleme vor, fügte der Gast hinzu: „Bei immer mehr Patienten liegt Schizophrenie vor, viele haben außerdem eine Suchbiographie.”

Die mittlere Verweildauer in einer Fachklinik liege bei sechs bis acht Jahren. Jeder sechste Forensik-Patient verbringe sogar zwölf und mehr Jahre in einer entsprechenden Einrichtung. Summa summarum werde jeder dritte Kranke irgendwann wieder auffällig - jedoch meistens mit relativ geringfügigen Delikten wie Diebstahl oder Schwarzfahren, bilanzierte Dieter Seifert.

Anschließende Diskussion

Was die künftige Entwicklung der Forensik betrifft, so sah der Referent Kliniken speziell für den langjährigen Aufenthalt voraus. Auch die Schaffung von Krankenhäusern oder Abteilungen besonders für die Therapie von Kindern und Jugendlichen sowie forensische Altersheime liegen für Seifert im Bereich des Wünschenswerten.

Zwei Grundsätze vermittelte der Mediziner seinen Zuhörern, unter diesen auch Forensik-Leiter Rolf Schellbach-Mathies und der Ärztliche Leiter der LVR-Klinik, Dr. Erhard Knauer. Erstens: „Die erste Phase in Freiheit ist die schwierigste.” Und zweitens: „Die Frage der Gefährlichkeit ist im Lauf der Führungsaufsicht immer wieder neu zu stellen.” Die anschließende Diskussion zeigte, dass Seifert mit seinem Vortrag in Düren dankbare Aufnahme gefunden hatte.
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