Düren - Vortrag: Menschen prägen die Dürener Südstadt

Vortrag: Menschen prägen die Dürener Südstadt

Von: kel
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Hartmut Böllert erinnerte bei einem sehr gut besuchten Vortrag des Stadtmuseums unter anderem an die Brauerei und Brennerei Sturm. Foto: kel

Düren. „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.“ Die Erkenntnis galt lange für einen Blick auf die Karte Dürens, wenn es um die Südstadt ging. Das Viertel um die heutige Kirche und Pfarrei St. Josef zeigte über Jahrzehnte wenig Bebauung.

Einzig das Muttergotteshäuschen und der zugehörige Kreuzweg sowie der nahe Galgen tauchen in der Erinnerung auf. Diese historischen Fakten beleuchtete Hartmut Böllert bei einem sehr gut besuchten Vortrag des Stadtmuseums zum Thema „Düren-Süd – einst und jetzt“.

Böller wusste zu berichten, dass der erste „Ballungsschwerpunkt“ etwas außerhalb der heutigen Pfarrei die „sieben Häuser“ an der Binsfelder Straße waren, nach denen heute noch eine Bushaltestelle benannt ist.

Fixpunkte des Viertels waren in der Folgezeit die Gastwirtschaft und spätere Brauerei und Brennerei Sturm, die Leinenweberei an der Weberstraße oder auch die 1900 erbaute Südschule mit der 1901 eingeweihten ersten prachtvollen Schulturnhalle in Düren.

Ein markanter Punkt in der Geschichte der ganzen Stadt Düren war die Ernennung zur Garnisonsstadt unter Bürgermeister August Klotz und die Errichtung der Riemann-Kaserne. Der klobige Komplex erlebte später verschiedenste Verwendungen und wurde erst 1973 abgerissen, als die neue Feuerwehrwache gebaut wurde und Wohnviertel entstanden sind.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte dann eher die Panzerkaserne Aufmerksamkeit, in der lange Zeit die Belgier residierten. Gleich nebenan auf der Höhe des Wibbelruschs thronte das nie vollendete Kriegerdenkmal, ein imposanter runder Bau, der im Volksmund „Elefantenklo“ hieß.

Auf der Höhe der heutigen Erzbergerstraße waren nach dem Krieg aus Spenden Schweizer Bürger Holzbaracken als Notunterkünfte errichtet worden, die sogenannte „Schweizer Siedlung“. Sie wurde 1959 abgerissen. Mittelpunkt des Viertels ist bis heute die Josefskirche, in der in den Nachkriegsjahren bis 1948 auch das Annahaupt untergebracht war.

Hartmut Böllert erinnerte in seinem gründlich recherchierten und interessanten Vortrag natürlich auch an Menschen, die das Viertel geprägt haben. Dazu gehörten unter anderen die beiden Dürener Originale „Schwatze Trienchen“ und „Lenzens Zipperä“, an die sich noch viele im Saal erinnerten.

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