Vortrag: Als die Amerikaner die Rur überquerten

Von: inla
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Im Februar 1945 überqueren die US-Amerikaner die Rur. Zu der Zeit lebten noch 29 Zivilpersonen in der Stadt, darunter vier Deutsche, wie aus der „Zeittafel zur Dürener Geschichte“ hervorgeht. Am 16. November 1944 wurde Düren komplett zerstört. Foto: National Archives and Records Administration, Washington, DC

Düren. „Es gibt Hinweise darauf, dass Düren eine Stadt mit schönen Häusern war. Man hielt es für eine der reichsten Städte seiner Größe in der Welt.“ Das notiert US-Reporter Andy Rooney, der für die Zeitung „Stars and Stripes“ über den Zweiten Weltkrieg berichtete. Es hätten 21 Millionäre in Düren gelebt, bevor die Stadt dem Erdboden gleichgemacht wurde.

„Die Bevölkerung zählte einmal 46.000 Einwohner“, schreibt Rooney, „doch war die Zahl in den letzten Jahren auf 30.000 zurückgegangen. Heute (am 25. Februar 1945, d. Red.) stellte sich heraus, dass die deutsche Bevölkerung Dürens aus vier Personen besteht. Auch das notiert der Journalist und bezieht sich damit auf den Tag, an dem die Amerikaner die Rur überquerten und die Stadt einnahmen.

Wie diese „Operation Grenade“ genau verlief, schildert Albert Trostorf aus Merode am kommenden Dienstag, 10. November, auf Einladung des Dürener Geschichtsvereines im Schenkel Schoeller-Stift in Niederau (18 Uhr/Eintritt frei). Trostorf, 52, beschäftigt sich seit 40 Jahren mit dem Zweiten Weltkrieg, wie er sagt. 1977 habe seine Familie einen Veteranen aus den Vereinigten Staaten getroffen, es habe sich eine lange Freundschaft entwickelt, die erst 2003 mit dem Tod des ehemaligen Soldaten endete.

Trostorf hat nicht nur rund 5000 Fotos aus der Kriegszeit gesammelt, sondern auch unzählige Akten und Dokumente studiert, die er unter anderem aus dem Nationalarchiv in Washington bezogen hat. Der Meroder Ortsvorsteher organisiert seit Jahren Veteranentreffen, weil ihn „vor allem die Schicksale der Menschen interessieren“. Es ginge keineswegs um Kriegsverherrlichung, sondern um die „humane Dimension“. Für sein Engagement ist Trostorf von einem US-Bundesstaat ausgezeichnet worden.

Seinen Vortrag am Dienstag wird er reich bebildern und überdies zahlreiche Eindrücke und Erlebnisse von Soldaten schildern. Deren Geschichten kenne er von den vielen Treffen, die er miterlebt hätte, zuletzt in Rölsdorf, erzählt Trostorf. Die Rur-Überquerung dauerte alles in allem drei Tage. US-Reporter Rooney notierte damals für seine Zeitung: „Dieser Ort (Düren, d. Red.) ist nur noch ein Überleibesel einer Stadt. Hier lebt keiner mehr. Hier steht kein Gebäude mehr.“

Auch davon wird Albert Trostorf berichten.

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