Vorstandsarbeit in Vereinen: Das „Garagentrauma“ soll ausbleiben

Von: Carsten Rose
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Lust auf Vorstandsarbeit? Diese Frage bewegt Bernd Hoeber, Paritätischer Wohlfahrtsverband Düren, und Ingrid Lensing vom Freiwilligenzentrum Düren. Ihre Auftaktveranstaltung ist am 16. April. Foto: Carsten Rose

Düren. Über welchen gemeinsamen Nenner könnten sich Mitglieder eines Darts-, eines Förder- und eines Karnevalsvereins unterhalten? Mindestens über Vorstandsarbeit und wie man Ehrenamtler dafür gewinnt. Das ist das Ziel des Projekts „Engagement braucht Leadership“ des Dürener Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Freiwilligenzentrums.

„Wir wollen einen Austausch zwischen den Dürenern Vereinsvorständen schaffen. Unser Projekt soll sich dann an den Interessen und Bedürfnissen der Vereine orientieren“, erklärt Bernd Hoeber, Geschäftsführer des Paritätischen in Düren.

Mit dem „Café Vorstand“ als Austauschplattform und Workshops unter der Leitfrage „Lust auf Vorstandsarbeit?“ wollen Hoeber und Ingrid Lensing vom Freiwilligenzentrum die Themen behandeln, die „lokal unter den Nägeln brennen“. Diese könnten unter anderem sein: Aufgaben- und Verantwortungsverteilung, Übergangsphasen bei Positionswechseln, Bedenken besonders zum Zeitaufwand der Vorstandsarbeit. Der Startschuss soll am 16. April erfolgen, bis September 2016 sind zehn Veranstaltungen geplant. Etwa 40 bis 60 Teilnehmer erwartet Hoeber Mitte April.

„Ein Patentrezept“, hält er fest, „wie die Vereine in manchen Punkten handeln sollten, haben wir nicht. Dafür arbeiten sie schlicht zu unterschiedlich.“ Daher gebe es auch keine Broschüre zur Anleitung der Vorstandsarbeit. Es sollten jedoch bekannte „Stolpersteine“ angesprochen werden, um auch gezielt bei der jüngeren Generation um ein Amt im Vorstand zu werben, sagt Hoeber.

Eines dieser bekannten Probleme ist laut Hoeber das sogenannte „Garagentrauma“ – Aufgaben und Papierarbeit, die sich über einen längeren Zeitraum angestaut haben und danach unvorbereitet auf den oder die Nachfolger zukommen. Hausgemachte Schwierigkeiten anzusprechen und aufzudecken, ist für das Organisationsteam jedoch nur ein Anliegen.

Querdenken erreichen

„Wir möchten auch erreichen, dass die Vereine querdenken und Synergien entstehen. Wird ein Kassierer gesucht, kann das auch eventuell ein Bank-Auszubildender übernehmen – solche Möglichkeiten sollten künftig mehr in Betracht gezogen werden“, nennt Lensing ein Beispiel, wie Vereine auf Engpässe bei der Postenbesetzung reagieren könnten. Hoeber und Lensing haben nach eigenen Angaben eine große Auswahl an Veranstaltungsthemen und Workshops im Portfolio. Auch Referenten sind eingeplant. Letztlich entscheiden jedoch die Anliegen der Vereine.

Eine Konkurrenz zum Kreissportbund werde man jedoch nicht sein, unterstreichen die Veranstalter. „In erster Linie geht es uns um Praxisbeispiele aus den Vereinen vor Ort. Das ist auch nachhaltiger als Studien von Experten“, sagt Hoeber.

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