Vorerst kein Geld für neue Drehleiter

Von: Jörg Abels
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Düren. Die Dürener Feuerwehr muss sich weiter gedulden. Eine zweite Drehleiter wird vorerst nicht angeschafft.

Die CDU/FDP-Mehrheitsfraktion im Stadtrat hat beschlossen, im heute tagenden Hauptausschuss gegen die außerplanmäßige Bereitstellung von gut 470.000 Euro zu stimmen.

Dass die zweite Drehleiter notwendig ist, steht außer Frage. Die Politik aber wirft der Feuerwehr vor, einseitig einen Hersteller zu favorisieren, der nicht der billigste sei. „In Zeiten, in denen wir kein Geld haben, um Toiletten in Schulen zu sanieren, oder Plätze für die Betreuung von unter Dreijährigen zu schaffen, können wir uns diesen Luxus einfach nicht mehr leisten”, betont der stellvertretende Bürgermeister Hubert Cremer (FDP), der bei eigenen Recherchen auf weitaus billigere Fahrzeuge mit einem Kaufpreis von gut 300.000 Euro gestoßen ist, „die auch alle Anforderungen des Brandschutzbedarfsplans erfüllen”.

Kritisiert wird auch die Art der europaweiten Ausschreibung durch das städtische Amt für Feuer- und Zivilschutz. Der Anforderungskatalog sei so formuliert worden, dass im ohnehin dünn besetzten Drehleiter-Markt nur der favorisierte Hersteller zum Zuge kommen konnte. Mit der Ankündigung, keine Mittel außerplanmäßig zur Verfügung zu stellen, wird die derzeitige Ausschreibung obsolet. Ob das für die Stadt Konsequenzen haben wird oder gar Regressansprüche gestellt werden können, bleibt abzuwarten.

Ohne Details des nicht-öffentlichen Vergabeverfahrens kommentieren zu wollen, reagierte Wehrleiter Jürgen Pelzer verärgert auf die Nachricht aus dem Rathaus und hob noch einmal die Notwendigkeit einer zweiten Drehleiter für die Dürener Wehr hervor, in einem Versorgungsbereich mit 100.000 Bürgen (Düren und Merzenich), in einer Blinden- und Papierstadt mit fünf Krankenhäusern.

In vielen Fällen sichere erst die Drehleiter den bei mittleren Gebäuden mit einer Höhe von bis zu 22 Metern gesetzlich zwingend erforderlichen zweiten Rettungsweg. „Was passiert denn, wenn die vorhandene Drehleiter einmal ausfällt?”, fragt Pelzer. Der Kreis Düren hat bereits vor Monaten zu verstehen gegeben, dass die Stadt zwar bei einem plötzlichen Ausfall ihrer Drehleiter auf das im Feuerschutztechnischen Zentrum (FTZ) in Stockheim stationierte Fahrzeug zurückgreifen kann, dies aber keine Dauerlösung sein könne. Der Vorschlag, die Kreis-Drehleiter in Düren zu stationieren, wurde vom Kreis abgelehnt, weil dies zu einer Benachteiligung der Südkreiskommunen führen würde.

Pelzer verweist mit Blick auf die im vergangenen Jahr ausgemusterte Drehleiter zudem darauf, dass die damals billigste Lösung derart reparaturanfällig gewesen sei, das sie „am Ende die teuerste war”. Qualität in punkto Sicherheit habe nun einmal ihren Preis.

Pelzer kritisiert generell, dass es im Kreis Düren zu wenig öffentliche Drehleitern gibt. Während der ähnlich strukturierte Rhein-Erft-Kreis zehn Fahrzeuge für den Notfall vorhalte, gebe es aktuell im Kreis Düren nur drei: in Jülich, Düren und beim FTZ in Stockheim. Dazu noch je eine im Forschungszentrum Jülich und bei der Firma SIG Combibloc in Linnich.

Weiterer Zündstoff programmiert

Mit Blick auf das noch laufende Ausschreibungsverfahren halten sich die Politik-Verantwortlichen bezüglich des weiteren Vorgehens bedeckt. Über die Anschaffung einer neuen Drehleiter kann jetzt aber frühestens im Zuge der Haushaltsberatungen 2012 im Frühjahr entschieden werden. Und weiterer Zündstoff ist programmiert. Die Feuerwehr hat auch die Anschaffung eines neuen Rüstwagens (rund 350.000 bis 400.000 Euro) beantragt. Auch hier gehen die Ansichten über Kosten und Ausstattung weit auseinander.
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