Birkesdorf - Vorbilder geben Schülern Starthilfe

Vorbilder geben Schülern Starthilfe

Von: Stephan Johnen
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Nachhilfe ist eine der drei Säulen, auf die der Verein „Vorschub für Bildungschancen“ baut. Foto: Stock/epd
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Aachen. Hier folgt der Grundtext. Foto: Stephan Johnen

Birkesdorf. Der Verein „Vorschub für Bildungschancen“ möchte talentierte Grundschüler aus sogenannten bildungsfernen Familien nach dem Unterricht fördern. Das Pilotprojekt startet nach den Osterferien.

Die soziale Herkunft spielt eine wichtige Rolle beim schulischen Werdegang eines Kindes. Es ist statistisch belegt, dass ein Kind aus einer Professorenfamilie deutlich bessere Chancen hat, ein Gymnasium zu besuchen, als ein Kind aus einer Arbeiterfamilie – bei gleicher Begabung.

Professor Dr. Doan Kesdoan und seine Mitstreiter des jungen Vereins „Vorschub für Bildungschancen Düren“ (kurz: Vorbild) wollen daran etwas ändern. „Die Lösung ist relativ einfach: Man muss dort ansetzen, wo es brennt“, sagt Kesdoan. Er setzt bei der Lösung auch auf bürgerschaftliches Engagement.

Nach den Osterferien startet an der Katholischen Grundschule Birkesdorf ein Pilotprojekt, das Kinder aus finanziell schwachen und bildungsfernen Familien außerhalb des Unterrichts die bestmögliche Unterstützung bieten soll. „Eine solche Hilfe ist Voraussetzung für viele Schüler, um den Sprung von der Grundschule auf eine Realschule oder ein Gymnasium zu schaffen“, betont Kesdoan, der Inhaber eines Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der Universität Regensburg ist.

Es sei weder böser Wille der Eltern, noch Versagen der Schule, dass die Potenziale vieler Kinder nicht geweckt und genutzt werden. „In vielen Familien fehlt einfach das Wissen um Bildungsvermittlung – oder es mangelt an Geld, um kommerzielle Angebote in Anspruch nehmen zu können“, sagt Vorstandsmitglied Saffet Akka. „Auch die Schulen tun, was sie können.“

Der Verein möchte sein Scherflein beitragen – und gezielt begabten Kindern ein kostenloses Angebot machen. Ziel ist es, dass mehr Kinder aus sogenannten bildungsfernen Familien nach der Grundschule ein Gymnasium, eine Realschule oder eine Gesamtschule besuchen. Über ein allgemeines Nachhilfeangebot hinaus möchte der Verein parallel die Familien mit Beratungen und Patenschaften stärken und den Grundschülern eine Art Mentor zur Seite stellen, ein Vorbild. Die Teilnehmer am Pilotprojekt werden von der Grundschule ausgewählt.

„Wir erstellen derzeit noch unser endgültiges Konzept“, erklärt Doan Kesdoan. Auch sucht der Verein noch ehrenamtliche Mitarbeiter und Schulen, die sich beteiligen möchten (siehe Infokasten). Mit im Boot sitzen bereits viele Lehrer, ehemalige Lehrer und der pensionierte Dürener Schulrat Josef Lemoine, aber auch der Birkesdorfer Bezirksausschussvorsitzende Peter Koschorreck. „Wir sind engagierte Bürger, wir folgen keiner politischen Agenda“, betont Doan Kesdoan. Jeder, der seine Fähigkeiten einbringen möchte, sei willkommen.

„Vorbild möchte mit gezielter, professioneller Hilfestellung die Arbeit im Unterricht ergänzen“, sieht Norbert Lotter, Rektor der Katholischen Grundschule Birkesdorf, viele Chancen im Pilotprojekt. Der Verein arbeitet auch mit dem Wirteltorgymnasium zusammen. Schüler sollen bei Hausaufgaben helfen – stehen aber auch als Ansprechpartner/Paten zur Verfügung.

In Birkesdorf wird zunächst eine Lehramtsstudentin das Projekt betreuen. Nach dem Unterricht soll es täglich Angebote in der Schule geben. Ein Lehrer soll maximal drei Schüler betreuen. „Unser Ziel ist es, einen Pädagogen fest anstellen zu können, der die inhaltliche Gestaltung übernimmt“, sagt Kesdoan. Sollte sich das Pilotprojekt als Erfolg erweisen, könne die Arbeit ausgeweitet werden. „Wir stehen mit anderen Schulen im Gespräch“, sagt Peter Koschorreck. Die Arbeit habe gerade erst begonnen.

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