Von der Stadthallenruine zum „Symbol einer dynamischen Entwicklung“

Von: Jörg Abels
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Noch existiert nur ein einfaches Styropor-Modell von der geplanten Bebauung des Stadthallen-Areals. In wenigen Wochen aber sollen schon einmal erste Vorstellungen des Architekten präsentiert werden. Foto: Jörg Abels
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Freut sich, dass sein Modell verwirklicht wird : Wolfgang Spelthahn.

Düren. Landrat Wolfgang Spelthahn strahlt große Zuversicht aus. Vor seinen Augen ist die nicht nur ihm Depressionen bescherende Stadthallenruine, auf die er seit Jahren vom Schreibtisch aus blicken muss, bereits einem Gebäudekomplex gewichen, der „nicht länger ein Symbol des Stillstands, sondern eines dynamischen Entwicklungsprozesses“ ist und sich harmonisch ins Stadtbild einfügt.

Nachdem sich am Mittwoch alle Fraktionen im Stadtrat am „Runden Tisch“ einstimmig auf das von Spelthahn entwickelte Modell zur Bebauung des Stadthallengeländes verständigt hatten, gab der Landrat nun erstmals Einblick in die Planungen des Millionenprojekts, das die kreiseigene Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) mit dem Euskirchener Investor Georg Schmidel (F & S concept GmbH) umsetzen will.

Die Kaufverträge für das Grundstück und das Erbbaurecht sollen bereits Anfang Januar unterzeichnet werden, kündigt Spelthahn an. Sie stehen wie der Vertrag über den Abriss der Stadthalle allerdings noch unter dem Vorbehalt, dass der Denkmalschutz fällt. Das aber soll, wie Dürens Baudezernent Paul Zündorf angesichts des miserablen Zustands der Stadthalle schon am Mittwoch durchblicken ließ, kein Hindernis mehr sein. Ist der Denkmalschutz vom Tisch, sollen umgehend Taten folgen, sprich der Abrissbagger anrollen. „Wir wollen die Niedrigzinsphase unbedingt nutzen.“

Das geplante Hotel mit Vier-Sterne-Standard und 100 bis 120 Betten soll nach derzeitigen Planungen entlang der Bismarckstraße entstehen. Dabei sollen auch sogenannte „Boarding“-Zimmer angeboten werden, die über eine längere Zeit angemietet werden können und auch „Zuhause auf Zeit“ genannt werden. „Wir glauben, dass die Stadt ein Riesenpotenzial hat“, betont Spelthahn. Es gehe nicht um eine Kannibalisierung des bestehenden Angebots, sondern um eine Ergänzung. Auch wenn zuletzt immer mal wieder die „Dorint“-Kette gehandelt wurde, will sich Spelthahn auf einen Betreiber nicht festlegen. Es gebe mehrere Interessenten. Eine Ausschreibung soll erfolgen.

Dabei spielt auch das geplante Konferenzzentrum eine Rolle, das dem künftigen Hotelbetreiber nicht nur die Betten füllen, sondern dass er auch bewirtschaften soll. Ob es auch vom Hotelier betrieben wird, ist indes noch offen. Spelthahn kann sich auch vorstellen, dass es im Besitz der GIS bleibt. Die multifunktionalen Räume will der Kreis zum Teil selber nutzen, um im Kreishaus in den bisherigen Konferenzzimmern Platz für neue Büros zu schaffen. Externe Standorte sollen aufgelöst werden. Vor allem aber setzt er auf Tagungen von Industrie und Handel. Dank einer modularen Bauweise soll von der kleinen Veranstaltung mit 20 Personen bis zur großen Konferenz mit 300 Teilnehmern alles möglich sein.

Das weitere Engagement des Kreises in dem Gebäudekomplex, der mit einer Bruttogeschossfläche von rund 12 200 Quadratmetern konzipiert ist, soll sich auf ein barrierefreies Bürgerbüro für die Schwerbehindertenberatung beschränken, versichert Spelthahn. Wie groß genau der Nutzungsanteil des Kreises sein wird, soll Anfang des Jahres ermittelt werden. Ziel sei es, erklärt Speltahn, die öffentliche Hand nicht zusätzlich zu belasten. Der übrige Bereich ist für Dienstleistungsangebote (unter anderem Arztpraxen, Rechtsanwaltskanzleien, Steuerberaterbüros) und hochwertigen Wohnraum reserviert. Dabei ist nicht an Mietangebote, sondern an Verkauf gedacht.

Das Gros der Eigentumswohnungen mit einem Kaufpreis von unter 3000 Euro pro Quadratmeter soll zum Bismarckpark hin gebaut werden, der im Zuge des Masterplan-Prozesses bekanntlich mit einer Wasserfläche aufgewertet werden soll. „Das Gefühl einer ruhigen Wohlfühl-Oase“ soll die Käufer anlocken, die – wenn sie sich früh zum Kauf entscheiden – auch eigene Vorstellungen einbringen können. „Wenn die Verträge abgestimmt sind, nehmen wir Wünsche entgegen“, kündigt Spelthahn an. Angst, nicht genügend Interessenten zu finden, haben er und Investor Georg Schmiedel nicht. „Im Bereich barrierefreier Eigentumswohnungen besteht in Düren großer Bedarf“, ist der Landrat überzeugt. Eine Tiefgarage und eine Restauration sollen weitere Käufer anlocken. Wie das Verhältnis zwischen Eigentumswohnungen auf der einen und Praxen/Kanzleien auf der anderen Seite aussehen wird, werde sich flexibel am Markt orientieren.

Ein renommierter Architekt habe sich bereits dem Projekt gewidmet, erklärt Spelthahn. Bei der Gestaltung aber sollen auch Anregungen der Dürener aufgenommen werden, von einem Gestaltungsbeirat ist die Rede.

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