Von der Finanzmarktkrise verschont

Von: Jörg Abels
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Der Vorstand der Sparkasse Düren blickt trotz Finanzkrise auf ein insgesamt positiv verlaufenes Geschäftsjahr 2008 zurück. Unterm Strich vermelden Prof. Dr. Herbert Schmidt, Adolf Terfloth, Uwe Willner und Herbert Zimmermann (v.l.) ein Betriebsergebnis von zwölf Millionen Euro. Foto: Abels

Kreis Düren. „Auf den internationalen Finanzmärkten sind wir nicht zu Hause”, betonte Vorstandschef Adolf Terfloth am Dienstag bei der Vorlage der Bilanz 2008. Und weil die Sparkasse Düren tief verwurzelt in der Region ist, blieb sie im vergangenen Jahr von den Folgen der Finanzmarktkrise auch nahezu komplett verschont.

„Auch wenn sie in unserer exportabhängigen Region längst angekommen ist”, erklärte Terfloth mit Blick unter anderem auf den insolventen Automobilzulieferer Tedrive.

Statt Löchern in der Bilanz hat die Krise sogar frisches Kapital ins Haus gespült. Von der Pleite der US-Investment-Bank Lehman Brothers aufgeschreckt, legten besorgte Bürger im vergangenen Herbst rund 100 Millionen Euro zusätzlich im sicheren Hafen der Sparkasse Düren an, nachdem viele Kunden im ersten Halbjahr noch Geld abgezogen hatten, um es bei zinsträchtigeren Internetbanken gewinnbringender, aber deutlich risikoreicher anzulegen, sprach Vorstandsmitglied Prof. Dr. Herbert Schmidt rückblickend von einem schwierigen Marktumfeld. Unterm Strich steht für die Sparkasse Düren am Jahresende ein Einlagenplus von zwölf Millionen Euro zu Buche. Insgesamt haben ihr die Kunden 2,519 Milliarden Euro anvertraut.

Geld aus der Region, „das wir nahezu komplett als Kredite wieder der Region zur Verfügung stellen”, betonte sein Kollege Udo Zimmermann, dass „bei unseren Kunden von einer Kreditklemme keine Rede sein kann”. In 5400 neuen Krediten und Darlehen stellte die Sparkasse Düren neu nicht weniger als 577 Millionen Euro zur Verfügung, darunter 237 Millionen Euro in langfristigen Darlehen. Der Grund: Die Zinsen sind günstig. Dies spiegelt sich auch in der Finanzierung von Wohneigentum wider.

Gegen den allgemeinen Trend, der auch vor dem Kreis Düren mit rückläufigen Baugenehmigungen nicht Halt machte, bewilligte die Sparkasse mit ihren Partnern 2008 Wohnungsbaufinanzierungen von über 129 Millionen Euro, über 20 Millionen mehr als noch 2007. Selten war die Situation auf dem Immobilienmarkt für Käufer besser als zurzeit, wies Vorstandsmitglied Uwe Willner auch auf stagnierende bis fallende Immobilienpreise hin.

Auf der anderen Seite belastete das geringe Zinsniveau auch das Betriebsergebnis, das mit rund 32 Millionen Euro leicht rückläufig war (2007: 38 Millionen). Auch die Insolvenz der Firma Andreas Kufferath blieb nicht ohne Folgen. Zur Höhe der in Mariaweiler verloren gegangenen Kredite wollte sich Terfloth allerdings nicht näher äußern. Unbestätigten Gerüchten zur Folge soll es sich aber um einen nennenswerten Millionenbetrag handeln.

Terfloth geht davon aus, dass Stadt und Kreis Düren als Gewährsträger der Sparkasse wie in den Vorjahren wieder auf eine Gewinnausschüttung verzichten, so dass nicht zuletzt das Eigenkapital weiter wachsen kann, auf nunmehr 168 Millionen Euro. Vom Geschäftserfolg der Sparkasse Düren profitierte aber auch die Region.

Insgesamt wurden kulturelle, soziale, sportliche und gesellschaftliche Einrichtungen und Initiativen im vergangenen Jahr mit rund 970.000 Euro unterstützt. „Das Ehrenamt liegt uns besonders am Herzen”, freute sich Terfloth, dass der Kreis Düren in punkto Ehrenamt auch Dank der Unterstützung der Sparkasse eine Spitzenstellung einnimmt.

Knapp 800.000 Euro standen darüber hinaus für Marketing-Maßnahmen zur Verfügung, angefangen bei der kleinen Plakatwerbung bis zur Förderung des Spitzensports oder kultureller Großveranstaltungen. „Wir sehen darin eine Steigerung der Attraktivität unserer Region”, begründete der Vorstandsvorsitzende das Engagement, das im politischen Raum manches Mal für kontroverse Diskussionen sorgt.

Mit Blick auf 2009 will der Sparkassenvorstand an seiner auf Sicherheit und Kontinuität basierenden Strategie festhalten und den Fokus weiter auf das Privatkundengeschäft und die mittelständische Wirtschaft richten. Herbert Zimmermann erwartet ein schwieriges Jahr für so manchen Firmenkunden, geht aber davon aus, dass sich schon 2010 die Lage wieder deutlich entspannen wird.
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