Von Bella Italia bis zum Badesee

Von: Stefan Herrmann
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Jetzt fliegen die Ranzen erstmal für sechseinhalb Wochen in die Ecke: Wie hier die Klasse 3d der Katholischen Grundschule Birkesdorf stürmten am Mittwoch tausende Schüler aus den Klassenzimmern in die Ferien. Lehrer, Klassenarbeiten und Hausaufgaben drohen erst wieder am 30. August. Foto: Johnen

Düren. Für Anika (17) gab es gleich doppelten Grund zur Freude: Die Schülerin des Stiftischen Gymnasiums Düren genoss am Mittwoch bei Sonnenschein auf dem Markt nicht nur die ersten Ferienstunden, sondern feierte zugleich mit den Freundinnen ihren Geburtstag. Besser kann der Start in die schönste Schülerzeit des Jahres gar nicht sein!

Tausende Pennäler schleuderten ihre Ranzen in die Ecke. Viele werden wohl erst in sechseinhalb Wochen wieder nach Mäppchen, Füller und Schreibheften suchen. Die DZ fragte nach: Wie verbringen Dürens Schüler ihre Ferien?

Maike (16) wird nicht viel von ihrer Heimat sehen. Sie ist in den kommenden Monaten im Urlaubs- und Reisestress. Mit Freundin Jana (15) geht´s zunächst für einen Tag nach Paris. Nach der Städtetour wartet auf die Mädels eine Woche Belgien, dann zwei Wochen „Dolce Vita” in Bella Italia. Während Jana den Rest der pauker- und arbeitsfreien Zeit zuhause genießt („Ich bin froh, wenn ich mal keinen Nebenjob habe!”), steigt Maike erneut in den Flieger mit dem Reiseziel Mallorca. „Dann bin ich sogar mal eine Woche zuhause”, schmunzelt sie, „bevor ich anschließend für sechs Monate zum Schüleraustausch in die USA fliege.”

Der Blick auf das Zeugnis sagt Kerstin (17): In Mathe könnte es noch etwas besser laufen. „Daher nehme ich in den letzten zwei Wochen an einem Förderkurs teil.” Bis dahin hat sich möglicherweise Petrus längst hinter grauen Wolken verkrochen. Solange aber selbst der Wetterfrosch vor lauter Schwitzen kaum noch die Leiter hochkommt, heißt die Lieblingsantwort Dürener Pennäler auf die Frage, was sie denn mit den unterrichtsfreien Tagen anfangen: „Chillen am Badesee!”

Dort brutzelt auch Fabian (17) in der Sonne. Abkühlung sucht er ab dem 31. Juli abends dann bei einer rasanten Achterbahnfahrt auf der Annakirmes. Und woher kommt die Kohle für die Kirmes? „Vielleicht gebe ich in den Ferien noch etwas Nachhilfe. Meine Mutter hat Kontakte zur einer Grund- und einer Gesamtschule.” Er selbst müsse nicht vorbüffeln, meint er mit Blick auf sein Zeugnis. „Ich kann mich nicht beklagen.”

Klagen will auch Kumpel Christian (18) nicht. In Kürze fliegt er für zwei Wochen in die Türkei. Und sonst? „Ein bisschen Fernsehgucken”, sind seine Pläne noch recht vage. „Etwa Hartz-IV-TV?”, lachen seine Klassenkameraden. Doch Christian macht sich zusätzlich noch nützlich, arbeitet die letzten drei Wochen im Seniorenheim. „Putzen, Waschen, Spülen”, beschreibt er sein Tätigkeitsfeld.

Max (16) arbeitet nur in den Oster- und Herbstferien. „Dann ist die Reifenwechsel-Zeit in der Werkstatt, in der ich nebenher arbeite.” Nun herrscht Flaute an der Hebebühne, so dass Max den Sommer in vollen Zügen genießen kann. Die Urlaubsplanung: zwei Wochen Nizza, zwei Wochen Sylt. „Arbeiten wird überbewertet”, sagt er mit einem Augenzwinkern. Doch bald, da sind sich alle einig, ist die schöne Zeit vorbei: „Nächstes Schuljahr beginnen bei uns die Leistungskurse. Dann zählt jeder Punkt fürs Abitur.”

Andere müssen jetzt schon büffeln. Die, die den Sprung in die nächste Klasse nicht geschafft haben. Profis können dann helfen, weiß Heike Müller. Die Leiterin des Studienkreises Düren hat bisher im Stadtgebiet zwei Schüler, die fit für die Nachprüfung gemacht werden. Acht sind es in Kreuzau. „Die Nachprüflinge unterrichten wir einzeln”, erzählt sie. Da können dann Termine individuell abgesprochen und bereits gebuchte Urlaube berücksichtigt werden. Mathe, Deutsch, Englisch und Latein sind die Problemfächer. Kein Powerpauken, sondern gut dosiert und effizient. „Bisher sind wir damit gut gefahren.” Sitzen bleiben musste letztlich kaum einer.

Doch die meisten Dürener Schüler haben die Versetzung eh ohne Probleme gepackt. Urlaub, Freunde, Badesee: „Uns geht´s schon gut, wenn man das so hört”, lacht Anja (15). Geburtstagskind und Freundin Anika nickt zustimmend. 46 freie Tage - das ist doch mal ein Geschenk!
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