Düren - Von angeblichen „Geschenken” und krummen Tricks

Von angeblichen „Geschenken” und krummen Tricks

Von: ch
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Warnen vor dubiosen „Gewinnmitteilungen”: Rudolf Gasper, Verbraucherberaterin Hildegard Dapper und der stellvertretende Vorsitzende des Dürener Seniorenbeirats, Peter Vogt (von links).

Düren. Rudolf Gasper und Peter Vogt sind zwei Senioren, die sich so schnell kein X für ein U vormachen lassen. So ließen sich der Seniorensprecher der Ortsgruppe Düren in der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (IG BCE) und der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats der Kreisstadt auch nicht so schnell täuschen, als ihnen die Einladung zu einem „Gewinnübergabetermin” ins Haus flatterte.

Sie ließen sich nicht blenden - aber ihr detektivischer Spürsinn war geweckt. Sie fuhren mit - und berichteten zusammen mit Hildegard Dapper, der Leiterin der Verbraucherzentrale im Bürgerbüro, was ihnen widerfahren ist.

Bei Dapper und ihre Kollegen gibt es just zum Thema „Gewinnmitteilungen” inzwischen schon dicke Dossiers. Illusionen macht sich her niemand mehr, ebenso wenig wie bei den aktiven Senioren. Fakt ist nämlich eines: Von Gewinnen, richtig satten Summen, keine Spur.

Statt dessen scheint im Text das Wort „Travelkonto” auf. Das bedeutet: Die Männer und Frauen im Rentenalter sollen das Geld gefälligst verreisen. Bares bekommen sie nie und nimmer in die Hand. Statt dessen geht es auf den Reisen vor allem um eines: ums Verkaufen, und zwar zu überhöhten Preisen. Einmal in den Reisebus geladen, werden die Senioren mit obendrauf gepackten „Geschenken” zum Einkauf geködert. Doch alles, was von den Präsenten bleibt, ist - heiße Luft.

Hildegard Dapper hilft bei der Wertung dieser obskuren Schreiben, die in letzter Zeit vermehrt aus Briefkästen in der Region gefischt werden, vor allem ihr berufsbedingt kritischer Blick. So ist ihr aufgefallen, dass unter wechselnden Namen im immer gleichen Schriftbild wie „Dr. Klein & Partner” oder „Dr. Neumann & Partner” und der Zusatz „Finanzdienstleistungen” Seriosität signalisieren.

Vielmehr fehlen immer auch Anschrift und Telefonnummer - wohl auch, damit die Polizei und andere Behörden keinen Zugriff bekommen. Auf der Einladung einer „Zentralen Gewinnverteilung” zum „Jackpot-Bargeldregen” steht immerhin eine Postfach-Adresse in Cloppenburg. „Aber die ist nicht ladungsfähig”, weiß die Verbraucherberaterin. Will sagen: Diese Nuss kann wahrscheinlich nicht einmal der gestrenge Herr Staatsanwalt knacken.
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