Vom Suchen und Finden der wahren Liebe

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Eine erstklassige Vorstellung bot die Theater-AG des Gymnasiums Kreuzau bei der Aufführung von „Romeo und Julia”. In der Hauptrolle als Julia überzeugte Elisabeth Hanuschkin. Foto: Schmitz

Kreuzau. Es dauerte einige Momente, bis sich das Publikum aus seiner Erstarrung gelöst hatte und starker Beifall gemischt mit einigen Bravorufen aufbrandete: Die Theater-AG des Gymnasiums Kreuzau hatte im Forum der Schule den dramatischen Klassiker „Romeo und Julia” von William Shakespeare aufgeführt und dabei eine eindrucksvolle Leistung gezeigt.

Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Christian Ebbertz, verzichtete in seiner Inszenierung auf Ausstattungspomp. Überwiegend in Jeans sowie blauen und roten T-Shirts spielte das Ensemble und machte durch den farblichen Unterschied deutlich, zu welcher der verfeindeten Familien sie gehörten, deren Sprösslinge Romeo und Julia sind. Der Pädagoge für Deutsch und Musik setzte ganz auf das intensive Spiel seiner Darsteller in einer ausgefeilten Licht- und Musiktechnik, um die Aspekte der Tragödie herauszuarbeiten.

Schicksal oder freier Wille

Scheinliebe und wahre Liebe, das Nebeneinander von Gut und Böse, Schicksal oder freier Wille: Bemerkenswert war schon, wie die Schüler die Sprache des englischen Dramatikers in ihrer stilistischen Vielfältigkeit umsetzten. Zwar war der Beginn etwas hektisch, doch schon nach kurzer Zeit fanden sie ihren Sprechrhythmus und zogen mit ihrem sich ständig steigernden Spiel die Zuschauer in ihren Bann.

Allen voran Martin Stappen als Romeo, der nicht die Chance hat, sich über den Hass zustellen, und Elisabeth Hanuschkin als Julia, die gezwungen wird, sich gegen ihre Eltern aufzulehnen, boten eine erstklassige Vorstellung.

Atemberaubend

Die Rollen als jugendliche Heißsporne, die sich für unverwundbar halten und Opfer ihres Draufgängertums werden, verkörperten Simon Maris als Mercutio und Mikel Bodden als Tybalt. Atemberaubend war ihre Fecht- und Kampfszene, die von der Bühne in den Zuschauerraum und zurück führte - eine großartige Leistung.

Der „heimliche Star” der Aufführung war Esther Simons als Amme, die das Karikierende im ganzen Geschehen trefflich darstellte.

Insgesamt war es eine sehr reife Leistung aller Mitwirkenden auf, vor oder hinter der Bühne. Für Christian Ebbertz war diese Aufführung mit Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 9 bis 13 „die Verwirklichung eines Traums”. Wann, so fragte er, habe man schon einmal Gelegenheit, mit einem talentierten Schülerensemble „Romeo und Julia” aufzuführen?

An Aufgaben herangeführt

Seit vier Jahren leitet Christian Ebbertz mit einigen kurzen Unterbrechungen die Theater-AG des Gymnasiums Kreuzau. Rund anderthalb Jahre hat sich das Ensemble auf diese Herausforderung vorbereitet. Schon schauspielerisch erfahrene Schüler arbeiteten sich in die verschiedenen Rollen von „Romeo und Julia” ein, aber auch noch unerfahrene Interessierte wurden von Regisseur Ebbertz behutsam an ihre Aufgaben herangeführt, um auf diese Weise keine Lücken in der Riege der Akteure entstehen zu lassen.

Das Los einer Theater-AG sei es schließlich, dass die älteren Schüler irgendwann mit dem Abitur in der Tasche die Schule verließen, merkte Ebbertz nicht ganz ernst an.
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